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Die offiziellen und realen Zahlen gegenübergestellt, bewertet und im Überblick der Meinungen. Warum 49% der Arbeitslosen in der Statistik nicht auftauchen mehr...

Zeitkritik :: Arbeitslosenstatistik

Arbeitslosenstatistik

Gleich OnTop an dieser Stelle der immer letzte aktuelle Monatsbericht (PDF-Datei) der Bundesagentur für Arbeit zum nachlesen: Aktueller Monatsbericht Bundesagentur für Arbeit als PDF-Datei

Anmerkungen zu diesen Zahlenwerken

Statistikschwindel: 49% der Arbeitslosen tauchen nicht auf

Direkt zur Arbeitslosenstatistik Brandenburg

Langfrist-Grafiken zum Arbeitsmarkt bei Focus Online und Spiegel Online

Anmerkung: Allerdings gab es 1960 noch über 40 Millionen in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung - sozusagen fast alle Beschäftigten waren auch sozialversichert im Gegensatz zu heute, wo die Anzahl der Erwerbstätigen mit 39,76 Millionen annähernd gleich geblieben ist (trotz rund 17 Millionen mehr Menschen nach der Wende), davon aber nur noch 26,95 Millionen sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind. Die Beiträge dieser 13 Millionen zwar arbeitender (wie prekär auch immer), aber nicht mehr sozialversicherungspflichtigt beschäftigten Menschen (allenfalls pauschal versichert) fehlen vor allem in der Renten- aber auch in der Krankenversicherung. Und das ist kein Zufall, sondern Teil der gewollten Absenkung von Lohn- und sogenannter Lohnnebenkosten, wozu auch das insgesamt niedrig gehaltene Lohnniveau verbunden mit Dumpinglöhnen beiträgt.
Das wird gerne versucht mit Demografie zu erklären, die über Rentensenkungen und private Vorsorge aka Riesterrente auszugleichen sei.

Allgemeine, regionale und überregionale Auswertungen der Bundesagentur für Arbeit:

Statistiken der Bundesagentur für Arbeit:

Grafiken zum Arbeitsmarkt der Bundesagentur für Arbeit

Anmerkungen zu diesen Zahlenwerken


Der Jubel wird immer größer, nur der normale Mensch merkt überhaupt nichts von einem Aufschwung (der wohl überwiegend bei Zeitarbeitsfirmen stattfindet) und der Einzelhandel vermeldet auch keine besseren Zahlen vom Binnenmarkt. Wo findet der Aufschwung denn nun wirklich statt außerhalb von Statistiken?

Nach wie vor bleibt offen, wie sich die Zahlendifferenzen von 3,806 Millionen (im Mai 2007 offizieller) Arbeitslosen zu rund 6,3 Millionen Empfängern von ALG I und ALG II erklären, in denen immerhin 40% Ein-Euro-Jobber, sogenannte Kombi-Löhner und ALG II - Aufstocker, weiterhin Weiterzubildende und in sonstigen Maßnahmen befindliche Menschen versteckt werden. Wie unterschiedlich die Zahlen sein können - je nach angelegter Messlatte - zeigen ja auch die ILO-Zahlen, die auf einer anderen Grundlage ermittelt werden. Da könnte Deutschland "schwupps" nur noch 3 Millionen Arbeitslose haben.

Das ist sogar dem Manager-Magazin aufgefallen, das in einem dreiseitigen Artikel die "echteren" Zahlen nachweist und auch die Hintergründe dafür:

Aufschwung ohne Hartz-Empfänger Matthias Kaufmann in Manager-Magazin vom 04.05.07
Monat für Monat ist die Arbeitslosenzahl der Seismograf für Wirtschaftspolitik. Dabei verschleiert sie, wie viele Arbeitssuchende tatsächlich Hilfe bekommen. Während die Politik feiert, dass nur noch 3,9 Millionen als "arbeitslos" definiert werden, benötigen noch immer weit über sechs Millionen Menschen Arbeitslosengeld.
Auszüge: Schon malen sich Kommentatoren aus, wie es weitergeht: Nur noch drei Millionen Arbeitslose im Jahr 2009, das sei drin. Und wenn weniger "auf Hartz" sind, könnte bald der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung fallen.
Doch weit gefehlt. Während die Kennziffer von 3,9 Millionen Arbeitslosen die Runde macht, beziehen 6,291 Millionen Menschen Arbeitslosengeld; während die Kennziffer im Vergleich zum Vorjahr um über 820.000 fiel, ging die der Leistungsbezieher nur um rund 447.000 zurück. Wie kann das sein?
"Von denen, die Arbeitslosengeld I oder II beziehen, registriert die Bundesagentur nur 54 Prozent als arbeitslos", erklärt Paul M. Schröder, Arbeitsmarktexperte am Bremer Institut für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe, gegenüber manager-magazin.de. Das heißt paradoxerweise nicht, dass die Arbeitsagenturen fast zur Hälfte Menschen finanzierten, die keine Arbeit suchen. Im Gegenteil, wer dort "Kunde" wird, der muss ein Interesse an bezahlter Arbeit mitbringen.
Die Arbeitslosen, die Geld kosten, sind aber solche mit Stütze. Trotz verschärfter Prüfkriterien haben sie ohne Hilfe nicht genug zum Leben, amtlich bestätigt. Sie sind es, für die Arbeitnehmer in die Sozialversicherung einzahlen. Solange ihre Zahl nicht merklich zurückgeht, werden die Sozialbeiträge kaum fallen. 6,291 Millionen Arbeitslosengeldempfänger versus 3,967 registrierte Arbeitslose im April - Monat für Monat wird über die unwichtigere Zahl debattiert.
Das, obwohl sie meist nachträglich noch steigt. "Seit Januar 2005 war die Zahl der ALG-II-Empfänger in der Revision immer höher als vorher", erläutert Schröder. "Dabei lag die Größenordnung des Anstiegs stets bei 4 bis 5 Prozent." Im April wären das gut 250.000 Personen.

Hinzu kommen diejenigen, die nach Arbeitslosengeld I noch zu "reich" für Arbeitslosengeld II sind, Partner in aufgezwungenen "Bedarfsgemeinschaften" sind oder in der Gruppe U25 sind. Die fallen vollkommen durch alle Roste - auch die der Statistik.

Wie sich da verschiedene Politiker mitsamt den von der Wirtschaft finanzierten Instituten da auf auf politische Erfolge durch sogenannte "Reformen" und bessere Vermittlung berufen können, bleibt wohl ihr persönliches Geheimnis.

Übersicht der nicht einbezogenen arbeitslosen Menschen
Menschen ohne Arbeit, die:

  • älter als 58 sind (rund 500.000 mit § 428),
  • jünger als 25 sind (hohe Dunkelziffer),
  • vor der Willkür des Amtes verzweifelt sind,
  • eine Schulung besuchen (ca. 235.000),
  • einen 400€-Job machen,
  • einen 1€-Job machen (ca. 330.000),
  • an eine Leih- und Zeitagentur vermittelt wurden, selbst wenn sie dort keine Arbeit vermittelt bekommen und nichts verdienen,
  • die sich mangels rechtzeitig eingegangener Formulare nicht zum Stichtag melden konnten (man kann nicht mehr einfach so zum Amt gehen und einen Antrag loswerden),
  • aufgrund fortgesetzten unbotmäßigen Verhaltens im Sinne des §59 SGBII und/oder des Nötigungsparagraphen §15 SGBII des Anrechts auf Förderleistung entledigt wurden,
  • unfreiwillig zu Mitgliedern sogenannter Bedarfsgemeinschaften erklärt wurden und aus der Leistung fallen,
  • einen längeren Krankenhausaufenthalt während ihrer Erwerbslosigkeit verbringen,
  • von der Software nicht gezählt wurden
  • in einem prekären Arbeitsverhältnis stecken (ca. 1.5 Mio) und daher weiter Hilfe benötigen (verdeckte Wirtschaftssubvention),

Wobei die Jobs nicht nur als Arbeit verkauft werden. Da die Dauer der MAE auf 9 Monate begrenzt ist, werden zwei Arbeitslose in die Genuß der Nötigung geraten und alle beide fallen aus der Jahresstatistik. Gefunden (und ergänzt) bei: Die ZEIT: Kommentare zu: Immer mehr Beschäftigung

Riesiger Statistikschwindel bei der Bundesagentur für Arbeit

Bundestag: Knapp die Hälfte aller Leistungsbezieher nicht als arbeitslos registriert hib-Meldung 088/2008 vom 26.03.2008

Arbeit und Soziales/Antwort

Berlin: (hib/MPI) Von den 2007 durchschnittlich 6,348 Millionen Beziehern von Arbeitslosengeld I (Alg I) und Arbeitslosengeld II (Alg II) sind laut Bundesregierung 3,135 Millionen (49 Prozent) nicht in der Arbeitslosenstatistik registriert. Dagegen seien insgesamt 3,213 Millionen (51 Prozent) arbeitslos gemeldet gewesen, schreibt die Regierung in ihrer Antwort (16/8458) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion (16/8131).

Außer den Leistungsempfängern habe es noch 686.000 Arbeitslose gegeben, die keine Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung bezogen.

Von allen Arbeitslosen hätten 82 Prozent Leistungen erhalten. Von den durchschnittlich 1,092 Millionen Alg-I-Empfängern im Jahr 2007 seien 26 Prozent nicht in der Arbeitslosenstatistik aufgetaucht, schreibt die Regierung.

225.000 der Alg-I-Bezieher fielen unter die so genannte 58er-Regel, 25.000 der nicht als arbeitslos geführten Personen hätten an einer Trainingsmaßnahme teilgenommen, 26.000 seien arbeitsunfähig erkrankt und 16.000 seien vermindert leistungsfähig gewesen.

Kriterien für die Aufnahme in die Arbeitslosenstatistik der Bundesagentur für Arbeit seien die Arbeitslosmeldung, die Beschäftigungslosigkeit und die Verfügbarkeit. Danach würden etwa Personen, die arbeitsunfähig erkrankt oder dauerhaft erwerbsgemindert sind, nicht als arbeitslos gezählt, "weil sie dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen".

Wie aus der Antwort weiter hervorgeht, waren von den im Jahr 2007 durchschnittlich 5,329 Millionen Alg II-Empfängern 2,473 Millionen (46 Prozent) als arbeitslos registriert und 2,856 Millionen (54 Prozent) nicht als arbeitslos registriert.

Eine Zuordnung zu bestimmten Gruppen sei bisher statistisch nur annäherungsweise möglich. Zur Gruppe der erwerbstätigen Hilfebedürftigen ("Aufstocker") mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von mehr als 400 Euro zählten demnach 524.000 Personen.

Der Gruppe der "Ein-Euro-Jobber" und Teilnehmer an Qualifizierungsmaßnahmen wurden demnach 418.000 der als nicht arbeitslos registrierten Alg-II-Bezieher zugeordnet. Ferner seien 484.000 unter-20-jährige und 312.000 über-58-jährige Alg-II-Empfänger statistisch nicht als arbeitslos geführt worden.

Aha - man phantasiert Aufschwung und Vollbeschäftigung (Achtung: Umdefiniert!), Rückgang der Arbeitslosenzahlen, aber durch Wegrechnen aus der Statistik verschwinden fast 3,5 Millionen bzw. tauchen erst gar nicht auf! Was ist das denn für ein Schwindel?

Statistik der Bundesagentur für Arbeit richtig lesen!

Offiziell 3,7 Mio Arbeitslose im Juli 2007, und so steht es in der Presse. Ein "Erfolg", weil es waren ja mal mehr und wir haben einen "Aufschwung". Die Realität schaute aber so aus im Juli 2007:

  • 1.006.812 Arbeitslosengeld I Empfänger,
  • 5.327.542 Arbeitslosengeld II Empfänger,
  • 1.977.743 Sozialgeldempfänger und
  • ca. 1.500.000 aus der Statistik "entfallene".

Macht zusammen: 8.312.097 Leistungsempfänger mit steigender Tendenz. Also in Wahrheit mindestens 10 Millionen tatsächliche Arbeitslose (teilweise prekär beschäftigt)
(Zur Erläuterung: die 3,7 Millionen Menschen sind all die, die momentan einfach nur jeden Monat ihr Geld bekommen, alle anderen sind in irgendwelchen Maßnahmen oder müssen für Geld arbeiten, wovon sie alleine nicht leben können. Besonders die letztere Gruppe nimmt zu).

Direkter Vergleich der Zahlen von Januar 2005 zu Mai/Juli 2007:

Monat Mai deswegen, weil einige Angaben der Bundesagentur für Arbeit immer verzögert ausgewiesen (hochgerechnet) werden.

Art Januar 2005 Mai/Juli 2007 Differenz
Leistungsempfänger (ALGI, ALGII, Sozialgeld)7.701.2058.312.097+610.892
Offiziell statistisch ausgegliedert (EEJ, Training, §428,) ?? ca. 1.500.000 ??
Gesamtzahl Menschen ohne Arbeit bzw. in prekärer Arbeit ?? ca. 9.812.097 ??
Erwerbstätige insgesamt38.514.00039.794.000+128.000
davon in versicherungspflichtiger Vollzeitarbeit26.235.00026.857.400+622.400
in sonstiger Arbeit (Teilzeit und geringfügig, usw.)12.279.00012.604.600+325.600

Tendenzen

Daraus ergibt sich, daß sich die Zahl der Leistungsempfänger trotz rigider Bemühungen durch Gesetzesänderungen in 2006 zur weiteren Ausgrenzung eben diese Zahl der Leistungsberechtigten auszudünnen (oder sonstwie aus der Statistik verschwinden zu lassen) deutlich erhöht hat.
Leistungsempfänger: tendenziell steigend.
Erwerbtätige: Tendenziell steigend, aber nicht entsprechend der sinkenden Zahlen für Arbeitslose. Wo ist der Rest?
Versicherungspflichtige Vollzeitarbeit: Nur ein Anstieg um ca. 600.000
Sonstige Arbeiten (Teilzeit und geringfügig, etc.): Auch hier nur ein geringfüger Anstieg um ca. 330.000

Nennt man das einen Aufschwung am Arbeitsmarkt, wie uns Merkel, Glos und Müntefering weiszumachen versuchen?
Das ist ein ganz erbärmliches Armutszeugnis politischer Arbeit. Für wie dumm halten die Politiker die "Regierten" eigentlich?

Arbeitsmarktbericht vom April: Das Lügenbuch der Nation.
Bewertung der BA-Statistik April 2008 bei JJAHNKE.NET

Die etwas andere Betrachtung der "offiziellen" Statistiken bei JJahnke.net. Jürgen Jahnke durchleuchtet offizielle Statistiken und stellt diese in die richtigen Zusammenhänge. Zu den Auswertungen für den Monat April 2008 schreibt Jahnke:

Mit näherkommenden Wahlen schwafelt die SPD - im Besitz des Arbeitsministeriums - wieder von Vollbeschäftigung. So heute Minister Scholz In BILD: „Vollbeschäftigung ist kein Traum, sondern ein realistisches Ziel. Dieses Ziel hatten viele viel zu lange aus den Augen verloren. Aber: Wir können und werden es schaffen. Ich bin mir sicher, dass wir in ein paar Jahren sagen können: Niemand, der seinen Job verliert, bleibt länger als ein Jahr ohne einen neuen Arbeitsplatz. Das wäre ein Riesenerfolg. Das wäre für mich Vollbeschäftigung".
Man beachte die Umdefinierung der Vollbeschäftigung.

Dabei geben die Arbeitsmarktzahlen vom April trotz aller Beschönigung und statistischen Manipulation wenig Anlaß zu solcher Vollmundigkeit:

  • Das Stellenangebot geht seit Monaten zurück.
  • Der Abbau der Arbeitslosigkeit verlangsamt sich deutlich (saisonbereinigt fast auf Null), ebenso der Aufbau an Beschäftigung, wovon mehr als ein Drittel auf unsichere befristete Arbeitsverhältnisse entfällt.
  • 2,7 Mio Arbeitslosengeldempfänger gelten nicht als arbeitslos
  • Schon fast 5 Millionen werden nur geringfügig entlohnt.
  • Im internationalen Vergleich hat Deutschland weiter die meisten Langzeitarbeitslosen und liegt auch bei den Arbeitslosen insgesamt im unteren Drittel.

Hier der Link zu den Bewertungen mit vielen vergleichenden Grafiken von Jahnke zur Arbeitslosigkeit April 2008.

Aber auch anderswo sieht man die Arbeitslosenzahlen sehr viel differenzierter als unsere regierungstreuen Medien und natürlich die Politik:

Arbeitsmarktbericht April 2008: Die Fakten von Sybilla vom 30.04.08, die dazu unter anderem vermerkt:

Bei genauer Betrachtung ist der reale (nicht der statistische) Sieg über die Arbeitslosigkeit in Deutschland trotz Armutslöhnen und steuerfinanzierten Arbeitsplätzen ca. 1,3 Mio. Aufstocker in der Wirklichkeit des Lebens nur in sehr weiter Ferne zusehen.

Die Zahlen auf einen Blick April 2008:

  • 3.710.431 Arbeitslose mit Ein Euro Jobs/Arbeitsgelegenheiten
  • 8.027.980 Leistungsberechtigte
  • 7.090.000 hilfebedürftige Personen
  • 592.000 beträgt der Bestand offener Stellen

Im Dezember 2007 verdienten insgesamt 1.289.000 Leistungsbezieher (Aufstocker mit ergänzenden ALG II) in der Grundsicherung Einkommen aus Erwerbstätigkeit. 684.000 Leistungsbezieher mit Einkommen bis zur Geringfügigkeitsgrenze von einschließlich 400 Euro. Einkommen von 400 Euro aber nicht mehr als 800 Euro verdienten 231.000 Leistungsbezieher und 374.000 Hilfebedürftige Einkommen über 800 Euro. Quelle der Zahlen: BA Bericht 04/08). Rund 6,5 Millionen Personen arbeiten unterhalb von zwei Dritteln des mittleren Stundenlohns. Quelle: Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ)

Die Zahl der Personen in arbeitsmarktpolitische Instrumenten (Seite 70 BA – Bericht 4/08) ist von 1.456.564 Personen im Februar 08 um 46.985 Personen auf 1.503.549 Personen im März 08 und im April 2008 noch einmal um 28.391 Personen auf jetzt 1.531.940. Personen angestiegen.

Das heißt, rund 60 % des Rückgangs der statistisch erfassten Arbeitslosigkeit von Februar zu März 08 und rund 30 % des Rückgangs der statistisch erfassten Arbeitslosigkeit von März zu April 08 wurde weder durch die Konjunktur noch durch Nachfrage von Arbeitskräften erreicht sondern durch die Ausweitung der arbeitsmarktpolitische Instrumente.

Mit wachsenden Befremden nehme ich zur Kenntnis das viele Medien der Versuchung nicht widerstehen und die niedrigsten Arbeitslosenzahlen seit x Jahren oder gar seit Frau Merkels Geburt verkünden. (Dabei werden völlig unterschiedliche Statistiken verglichen – so gab es vor 15 Jahren kein Saisonkurzarbeitergeld keine Ein Euro Jobs und die Arbeitslosenhilfe hatte eine komplett andere Grundlage von Bedürftigkeit als das Arbeitslosengeld II. Die Darstellung eines Vergleich der Arbeitslosenzahlen vor 2005, also vor der Neudefinition der Arbeitslosigkeit, durch das SGB II ab 2005 ansetzt, ist meines Erachtens unsachgemäß. Die Daten zu den Arbeitslosenzahlen werden seit der Reform des SGB II in den BA Berichten verkürzt wiedergegeben und von der Politik und vielen Medien einseitig tendenziös interpretiert. Die Frage ist; finanziert die Wirtschaft den *Aufschwung* am Arbeitsmarkt mit existenzsichernden Arbeitsplätzen oder wird der *Aufschwung* am Arbeitsmarkt durch Arbeitsplätze mit ergänzendem ALG II durch Steuern finanziert? Viele Medien suggerieren mit multimedialen "Jubelmeldungen“ einen Erfolg der Reformen am Arbeitsmarkt. Entgegen der guten Nachricht vom sinken der Arbeitslosigkeit steht die schlechte Nachricht von wachsender Armut der Erwerbstätigen im Niedrigstlohnbereich und wachsende Kinderarmut.

Dazu gibt es dann noch sehr aussagefähige Grafiken, die die wahren Gegebenheiten wiederspiegeln.

Bewertung der BA-Statistik Juni 2007 bei JJAHNKE.NET

An dieser Stelle auch mal eine ganz andere Betrachtung der "offiziellen" Statistiken bei JJahnke.net. Jürgen Jahnke hat es sich zur Aufgabe gemacht, offizielle Statistiken zu durchleuchten und auch in die richtigen Zusammenhänge zu stellen. Zu den Auswertungen für den Monat Juni 2007 schreibt Jahnke:

Kaum noch echter Rückgang an Arbeitslosigkeit. Kein Aufbau zusätzlicher Beschäftigung im Juni. Abbau von Arbeitslosigkeit vor allem durch mehr unsichere und schlecht bezahlte Zeitarbeit, mehr Mc Jobs, ausschließlich geringfügig entlohnte Beschäftigung, administrative „Bereinigung" der Statistik und demographische Entwicklung. Im europäischen Vergleich mit den anderen Fußkranken am Ende.
Hier der Link zu den Bewertungen von Jahnke zur Arbeitslosigkeit Juni 2007.

Insofern scheint durchaus berechtigt, was in diesem Artikel von LinkeZeitung.de angeprangert wird:

Aus arm ohne Arbeit wird arm mit Arbeit!

Sieht man mal beim Statistischen Bundesamt unter der Rubrik Nationales Volkseinkommen nach, dann wird man feststellen, dass das Bruttonationaleinkommen für 2006 fast 2 Billionen EURO betrug.
Für die jährlichen Lebenshaltungskosten für 5 Millionen Hartz IV-Betroffene gibt unser Staat ziemlich genau 18 Milliarden Euro aus. Noch nicht einmal 1 Prozent vom Bruttonationaleinkommen. Hinzugerechnet werden müssen allerdings noch die Mietkosten für die Betroffenen, allerdings muss man die Einkünfte der erwerbstätigen Hartz IV-Betroffenen wiederum noch davon abziehen

(Anmerkung der Redaktion: Zusätzlich auch die Rückflüsse von der Bundesagentur für Arbeit in Höhe von ca. 13000 € für jeden, der von ALG I in ALG II gefallen ist - was in 2005 immerhin knapp 7 Milliarden € waren. Ehemalige ALG I Empfänger finanzieren ihr ALG II also sozusagen für gut 2 Jahre selber vor.)

Auch sei noch darauf hingewiesen, dass sich der Staat von den Lebenshaltungskosten innerhalb eines Monats, allein über die Mehrwertsteuer ungefähr ein Fünftel der Zuwendungen gleich von den Betroffenen zurückholt.
Das diese staatlichen Aufwendungen, in Höhe von nicht einmal 1 Prozent des Nationaleinkommen für die Betroffenen n i c h t ausreichend sind für eine gesunde Ernährung und das damit auch die eigentliche Pflicht zur Gesunderhaltung und der damit verbundenen Aufrechterhaltung der Erwerbsfähigkeit unmöglich sind, scheint die meisten deutschen Abgeordneten des Deutschen Bundestages überhaupt nicht zu interessieren.
Bisher ignorierten die Politiker und selbst das Bundessozialgericht die zunehmende Verelendung von Teilen der Bevölkerung mit Verweisung auf äußerst fragwürdige statistische Erhebungen zu den Lebenshaltungskosten.
Auch die Gesunderhaltende besser Gesundheitsfördernde Ernährung für Kinder scheint niemanden ernsthaft zu interessieren aus dieser Regierung.
Doch auch den Arbeitnehmern aus dem Niedriglohnbereich mit ihren Familien oder den Rentnern mit einer Sozialrente und vielen Kranken und Behinderten im Land geht es diesbezüglich keinen Deut besser.
Während die Arbeitgeber immer mehr Menschen zu Hungerlöhnen beschäftigen und nach immer weiteren Absenkungen der so genannten Lohnnebenkosten rufen verschärft sich die Lebenssituation der Armen in Deutschland bei immer schneller steigenden Preisen für Energie, aber auch für Bekleidung und Lebensmittel.
Die Bundesrepublik Deutschland machte angeblich notwendige "Reformen" am Arbeitsmarkt und damit begann auch eine großzügige Umverteilungsgeschichte, die ausschließlich zu Lasten der Arbeitnehmer und der Erwerbslosen ging und die derzeit immer weiter beschleunigt wird.
Aufgrund dieser Umverteilungsgeschichte, ausschließlich zum Vorteil größerer Unternehmen wurden Millionen Menschen mit Vollgas in die Armut befördert und weitere Millionen Menschen werden folgen.
Einen zwingend notwendigen flächendeckenden Mindestlohn, der für die Menschen ausreichend wäre um die eigenen immer teurer werdenden Lebenshaltungskosten abzudecken, wird von dieser Umverteilungsregierung verweigert.
Stattdessen plant man lieber einen 3. Arbeitsmarkt, in dem die Menschen mindestens den Lohn erhalten sollen, der gerade so an der Sittenwidrigkeit vorbeischrabbt und somit eher an die Zwangsarbeit erinnert.
Bei Fortführung solch einer Politik wird die bereits begonnene VERELENDUNG großer Bevölkerungsschichten fortgesetzt und beschleunigt! Und dieses alles ohne, das dafür eine Notwendigkeit besteht, sondern alles ausschließlich aus reiner Profitgier!

Soweit die Ausführungen dieses Pressemediums.

Arbeitslosenstatistik Brandenburg


Arbeitslose Juni 2008 (Quelle: Tagesspiegel)

Arbeitslosenstatistik Juni 2008:

3,159 Millionen ohne Arbeit

Der Tagesspiegel meldet dazu am 02.07.2008:

Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist so niedrig wie zuletzt 1992. Im Herbst könnte die Marke unter drei Millionen Arbeitslose fallen. Der positive Trend zeigt sich auch in Berlin.

Berlin - Die Lage auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland ist derzeit so gut wie seit fast 16 Jahren nicht mehr. Im Juni ging die Zahl der Erwerbslosen im Vergleich zum Vormonat überraschend stark um 123.000 auf 3,16 Millionen zurück, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag in Nürnberg mit. Noch weniger Menschen ohne Job hatte es zuletzt im Dezember 1992 gegeben. Rechnet man die jahreszeitlichen Effekte heraus, sank die Zahl der Arbeitslosen im Juni ebenfalls, und zwar um 38.000. Für BA-Chef Frank-Jürgen Weise ist dies ein deutlicher Hinweis darauf, dass die wirtschaftliche Situation weiterhin robust ist und sich der positive Trend im Verlauf der kommenden Monate, wenn auch langsamer als bisher, fortsetzen wird. "Es ist sogar durchaus möglich, dass die Arbeitslosenzahl im September unter die Drei-Millionen- Marke fällt", sagte Arbeitsmarktexperte Martin Werding vom Münchner Ifo-Institut dem Tagesspiegel. Damit ist der Experte in etwa auf einer Linie mit dem BA- Chef, der die Wahrscheinlichkeit dafür bei 50 Prozent sieht.

Die Zahl der Erwerbslosen sinkt stetig - Keine zyklische Entwicklung
Bemerkenswert ist Ifo-Fachmann Werding zufolge, dass es sich bei dem momentanen Rückgang der Arbeitslosigkeit nicht nur um eine rein zyklische Entwicklung handelt, sondern auch die Sockelarbeitslosigkeit, die sich in den vergangenen Jahrzehnten immer weiter aufgebaut hat, stetig abschmilzt. Das belegen auch die aktuellen Daten der Bundesagentur: So ist der Rückgang der Erwerbslosigkeit bei Arbeitslosengeld-II-Empfängern (Hartz IV) im Juni mit 65.000 stärker ausgefallen als bei Kurzzeitarbeitslosen mit 58.000. Zugleich wächst die Beschäftigung weiter, während die Nachfrage nach Mitarbeitern der BA zufolge unverändert hoch bleibt. So stieg die Erwerbstätigenzahl im Mai auf 40,27 Millionen - das waren 155 000 mehr als im April und 618.000 mehr als vor einem Jahr. Davon waren 27,34 Millionen sozialabgabepflichtig beschäftigt und damit rund 600.000 mehr als im vergangenen Jahr. Der positive Juni-Trend zeigt sich in allen Bundesländern. Überall fiel die Zahl der Arbeitslosen, so auch in Berlin und Brandenburg. Insgesamt waren in der Region im Juni erstmals seit 13 Jahren weniger als 400.000 Menschen bei den Agenturen als arbeitslos registriert. Das waren rund 60.000 weniger als vor einem Jahr. In Berlin liegt die Arbeitslosenquote mit 13,6 Prozent dennoch im bundesweiten Vergleich auf dem zweitletzten Platz. Nur Sachsen-Anhalt hat mit 13,8 Prozent eine noch schlechtere Quote (siehe Grafik).

Politiker rufen zu mehr Engagement bei der Bildung auf
Berlins Arbeitssenatorin Heidi Knake- Werner (Die Linke) bezeichnete die Zahlen am Dienstag daher auch als "nach wie vor viel zu hoch". Sie forderte die ansässigen Unternehmen dazu auf, mehr in Ausbildung und Qualifizierung der Mitarbeiter zu investieren. Politiker auf Bundesebene riefen ebenfalls zu mehr Engagement bei der Bildung auf. Mehr und bessere Bildung sei der Schlüssel zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, sagte Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD). Schritt für Schritt könne so das Ziel der Vollbeschäftigung erreicht werden. Der Gewerkschaftsbund DGB dämpfte am Dienstag aber die optimistischen Erwartungen. Vorstandsmitglied Claus Matecki bezifferte die momentane Unterbeschäftigung in Deutschland auf fünf Millionen. Denn neben den 3,16 offiziell gemeldeten Arbeitslosen gebe es noch mehr als 1,1 Millionen Menschen, die wegen Altersteilzeit, Ein-Euro-Jobs oder anderer arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen aus der Statistik fielen.

Anmerkung: Und wieder einmal kein Wort davon, dass ganz offiziell mindestens 49% der gezählten Arbeitslosen in dieser Statistik einfach gar nicht auftauchen (da ist auch der DGB mit nur 1,1 Millionen auf der "Schönsprecher"-Seite) - die Zahlen sind also mindestens doppelt so hoch. Von den vorhandenen nicht mit gezählten ganz zu schweigen.

Arbeitslose Mai 2008 (Quelle: FAZ)

Arbeitslosenstatistik Mai 2008:

3,283 Millionen ohne Arbeit

Die FAZ meldet dazu am 29.05.2008 recht betrübt:

Zahl der Arbeitslosen sinkt weniger als erwartet
29. Mai 2008 Die Arbeitslosenzahl in Deutschland ist im Mai erstmals seit 15 Jahren wieder unter die Marke von 3,3 Millionen gesunken. Saisonbereinigt allerdings nahm die Zahl der Erwerbslosen erstmals seit März 2006 wieder leicht um 4000 zu, wie die die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg mitteilte. „Die Arbeitslosigkeit ist im Mai zurückgegangen, allerdings weniger stark als erwartet“, erklärte die BA.

Die Erwerbslosenzahl fiel gegenüber dem Vormonat um 131.000 auf 3,283 Millionen. Gegenüber Mai 2007 ergab sich eine Verminderung um 529.000. Die Arbeitslosenquote erreichte damit 7,8 Prozent, 0,3 Prozentpunkte weniger als im April. Wenn die Verbesserung im Mai auch geringer als im Durchschnitt der letzten Jahre ausfiel, bleibt die positive Grundtendenz am Arbeitsmarkt laut BA doch erhalten.

Noch keine Eintrübung am Arbeitsmarkt
Dass die saisonbereinigte Zahl erstmals seit längerem anstieg, sollte nach Worten von BA-Chef Frank-Jürgen Weise nicht überbewertet werden. „Der leichte saisonbereinigte Anstieg sollte daher nicht als erstes Zeichen einer Eintrübung auf dem Arbeitsmarkt gewertet werden“, sagte er.

Volkswirte werteten die Zahlen als enttäuschend. Stefan Schilbe von HSBC Trinkaus erwartet zwar einen weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit in der nächsten Zeit, dieser werde aber weniger stark ausfallen als zuletzt. Eckart Tuchtfeld von der Commerzbank sagte: „Die Zahlen waren ganz klar eine negative Überraschung für uns.“ Auch Stefan Mütze von der Helaba nannte die Zahlen etwas schwächer als erwartet.

Nachfrage weiter auf hohem Niveau
Für das Gesamtjahr 2008 rechnet Weise mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenzahl in Deutschland von 3,43 Millionen. Das ist erheblich mehr als die von der Regierung erwarteten 3,27 Millionen. Im vergangenen Jahr waren im Jahresdurchschnitt 3,776 Millionen Menschen erwerbslos. „Die Beschäftigung wächst weiter und die Nachfrage nach Arbeitskräften bewegt sich auf hohem Niveau“, sagte Weise. Die Frühjahresbelebung wirke sich weiter positiv aus.

Die positive Tendenz am Arbeitsmarkt hält weiter an
Allerdings mache sich bemerkbar, dass wegen des milden Winters in den Monaten zuvor weniger jahreszeitlich bedingte Arbeitslosigkeit entstanden sei als in früheren Jahren. Der stellvertretende Verwaltungsratschef der Bundesagentur, Peter Clever, sagte im Deutschlandfunk, nun machten sich auch in Deutschland zunehmend die hohen Energiepreise, der starke Euro und die Abschwächung der Konjunktur in den Vereinigten Staaten bemerkbar.

Über 40 Millionen Beschäftigte
Die Erwerbstätigkeit nimmt allerdings weiter zu. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes stieg die Erwerbstätigenzahl im April saisonbereinigt um 54.000. Nach Weises Worten gibt es inzwischen über 40 Millionen Beschäftigte in Deutschland. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten habe im März bei 27 Millionen gelegen. Die Zahl an offenen Stellen nahm im Mai um 6000 ab und entwickelte sich damit negativ. Absolut und ohne Berücksichtigung von Saisoneffekten habe sich der Bestand an offenen Stellen von April auf Mai um 13.000 auf 579.000 vermindert. Im Vergleich zum Vorjahr habe der Bestand sogar um 63.000 abgenommen.

Inklusive nicht offiziell angemeldeter offener Stellen kannte die BA aber nach eigenen Angaben im Mai 1,032 Millionen offene Stellen, 126.000 mehr als vor einem Jahr. In den Mai-Zahlen ist als Sondereffekt aus dem Vormonat die Abmeldung von etwa 15.000 bis 20.000 Menschen aus der Arbeitslosigkeit enthalten.

Quelle: Text: FAZ/Reuters vom 29.05.2008 - Grafik: Bundesagentur für Arbeit/FAZ vom 29.05.08
Arbeitslose April 2008 (Quelle: Die ZEIT)

Arbeitslosenstatistik April 2008:

3,413 Millionen ohne Arbeit

Die MAZ meldet dazu am 02.05.2008 (Grafik: Die ZEIT vom 30.04.08):

ARBEITSMARKT: Kaum Belebung - Trotz eher enttäuschender Aprilzahlen setzt SPD auf Vollbeschäftigung
POTSDAM - Die Arbeitslosigkeit ist im April erneut gesunken – allerdings weniger stark als erwartet. Dementsprechend unterschiedlich werden die aktuellen Zahlen bewertet. Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) sprach von einer „sehr guten Tendenz“ und gab unumwunden das Ziel vor: „Wir wollen in Deutschland wieder Vollbeschäftigung erreichen.“

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) mahnte, dass die aktuelle Beschäftigungsdynamik nur erhalten werden könne, „wenn wir Erwirtschaften vor Verteilen setzen“. Dies müsse das Leitbild sein, wenn über Mindestlöhne, Zeitarbeit, Managergehälter, Rentenanpassung oder anderes diskutiert werde, so der Minister. Claus Matecki, Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), prophezeite, dass Mitte des Jahres „das Ende des Beschäftigungszuwachses“ drohe.

Im April waren nach Angaben der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit (BA) 3,4 Millionen Menschen in Deutschland arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum März sank damit die Arbeitslosenquote um 0,3 Prozentpunkte auf 8,1 Prozent. Das starke Maß der Verbesserung flache ab, sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. Grund dafür sei die vergleichsweise niedrige Winterarbeitslosigkeit gewesen. Zudem seien Weise zufolge wegen einer Computerpanne am Zähltag bis zu 20 000 Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit nicht registriert worden.

Die Auswirkungen der Panne auf die Brandenburger Zahlen dürfte nach Einschätzung von Olaf Möller, Sprecher der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit, nur gering sein. Der Statistik zufolge waren im April rund 187 000 Märker ohne Job. Das waren gut 6000 weniger als im Monat zuvor. Die Arbeitslosenquote sank um 0,4 Prozentpunkte auf 13,9 Prozent. Beschäftigte eingestellt habe zum Beispiel das Hotel- und Gaststättengewerbe im Land. Auch auf den Baustellen habe es, so Möller, eine positive Entwicklung gegeben. 1400 Brandenburger Bauarbeiter fanden im April einen neuen Job. In Berlin waren es 400.

Brandenburgs Arbeitsministerin Dagmar Ziegler (SPD) gab sich zuversichtlich angesichts der weiteren positiven Entwicklung. „Besonders erfreulich ist, dass jetzt vom Beschäftigungszuwachs auch zunehmend die Empfänger von Arbeitslosengeld II profitieren und dort besonders die Jugendlichen“, sagte die Ministerin.

Als „zwiespältig“ bezeichnete dagegen Christian Görke, arbeitsmarktpolitischer Sprecher der Linksfraktion im Potsdamer Landtag, die „Erfolgsmeldungen über weiter sinkende Arbeitslosenzahlen“. Er verwies darauf, dass die aktuelle Arbeitslosenquote noch über dem Wert des vergangenen Novembers (13,2 Prozent) liege.

Mit „gedämpftem Optimismus“ reagierte Dieter Pienkny, Sprecher des DGB-Landesbezirks Berlin-Brandenburg, auf die Arbeitsmarktdaten. „Die große Belebung sehe ich nicht“, sagte der Gewerkschafter. Auch wenn die Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Jobs in Brandenburg gestiegen sei (siehe Kasten), müsse man doch ganz genau auf die Qualität der Arbeitsplätze und die dabei gezahlten Stundenlöhne achten. (Von Ute Sommer)

Quelle: Text: MAZ vom 02.05.2008 - Grafik: Die ZEIT vom 30.04.08
Leistungsempfänger März 2008 (Quelle: MAZ)

Arbeitslosenstatistik März 2008:

3,507 Millionen ohne Arbeit

Die MAZ meldet dazu am 01.04.2008:

Arbeitslosigkeit geht im März zurück / Noch 3,5 Millionen ohne Job
POTSDAM - Der erneute Rückgang der Arbeitslosigkeit im März gab Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) gestern Anlass zu Euphorie. „Vollbeschäftigung in Deutschland ist möglich“, so Scholz. Ähnlich hatte sich zuvor Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) geäußert.

Im März waren in Deutschland aber noch 3,507 Millionen Menschen arbeitslos, 110 000 weniger als im Februar und 617 000 weniger als im Vorjahr, so die Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg. Die Arbeitslosenquote ging um 0,2 Prozentpunkte auf 8,4 Prozent zurück. „Der Arbeitsmarkt wird weiterhin von der guten Konjunktur getragen“, sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise.

Während der Wirtschaftsweise Bert Rürup mittelfristig eine Arbeitslosenquote von drei bis vier Prozent und damit annähernde Vollbeschäftigung für möglich hält, ist Arbeitsmarktforscher Ulrich Walwei vorsichtiger. „In den Jahren 2006 und 2007 hatten wir eine sehr, sehr gute Entwicklung, bei der man nicht einfach von einer Fortsetzung ausgehen kann“, sagte der Vizechef des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der MAZ. Zwar werde der Arbeitsmarkt künftig durch den Geburtenrückgang entlastet, dieser Effekt könne aber auch Konsum und Investitionen dämpfen.

Karl Brenke vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet für 2008 und vermutlich 2009 noch eine gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Darüber hinaus seien Prognosen aber schwierig.

Dieter Pienkny, Sprecher des Deutschen Gewerkschaftsbunds Berlin-Brandenburg, bemängelt die Qualität der neu entstandenen Jobs. „Vollbeschäftigung haben wir auch, wenn alle einen Ein-Euro-Job haben“, so Pienkny. Die Menschen müssten von ihrer Arbeit leben können, sagte Esther Schröder, Arbeitsmarktexpertin der SPD-Fraktion im Brandenburger Landtag. Die Zahl der sogenannten Aufstocker, die zusätzlich zum Lohn Arbeitslosengeld II erhalten, wachse weiter.

In Brandenburg waren im März 193 000 Menschen arbeitslos, knapp 5000 weniger als im Februar. (Von Ulrich Nettelstroth)

Quelle: Text  und  Grafik  - MAZ vom 01.04.2008 
Leistungsempfänger Februar 2008 (Quelle: MAZ)

Arbeitslosenstatistik Februar 2008:

3,617 Millionen ohne Arbeit

Die MAZ meldet dazu am 29.02.2008 (allerdings ohne Benennung absoluter Zahlen):

ARBEITSMARKT: Kritik an Entlassungswelle trotz guter Konjunktur
Bundesarbeitsminister Scholz appelliert an Konzerne
Lafontaine kritisiert „ungezügelten Kapitalismus“
Positiver Trend in Brandenburg

POTSDAM - Die guten Zahlen auf dem Arbeitsmarkt werden von angekündigten Massenentlassungen in mehreren Großunternehmen überschattet. Die Kritik am Stellenabbau kam gestern nicht nur von Linken-Fraktionschef Oskar Lafontaine, der von „ungezügeltem Kapitalismus“ sprach. Auch Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) fand deutliche Worte. Jetzt sei die Wirtschaft gefordert, indem sie „ihrer Verantwortung gerecht wird, also einstellt und qualifiziert – statt trotz guter Geschäftslage Beschäftigung abzubauen, wie man es in diesen Tagen von einigen Großkonzernen hört“, so Scholz. In den vergangenen Tagen hatten mit BMW, Henkel und Siemens gleich drei deutsche Konzerne Entlassungen von zusammen rund 13000 Leuten verkündet.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fürchtet, der positive Trend auf dem Arbeitsmarkt könnte bald gebrochen werden. „Es ist ein Skandal, dass ausgerechnet die Konzerne, die fette Gewinne einstreichen, auf Kosten der Beschäftigten nach Extra-Profiten streben“, so DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach. Lafontaine warf der Großen Koalition Untätigkeit vor. „Die Regierung Merkel setzt dem keinerlei Schranken. Sie ist deshalb mitverantwortlich, wenn führende deutsche Unternehmen Tausende auf die Straße setzen.“

Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Rainer Wend, nannte es problematisch, dass Unternehmen immer mehr dazu übergingen, sich nur an der nächsten Aktionärsversammlung zu orientieren, statt mittel- bis langfristig zu planen. Wend plädierte dafür, die Bezahlung von Managern mit Aktienoptionen zu begrenzen und kurzfristige Spekulationen mit Aktien zu reduzieren.

Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Jürgen Weise, sieht das alles nicht ganz so dramatisch. Er erwartet durch die angekündigten Entlassungen keine gravierenden Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. „Der Stellenabbau bei einigen Großunternehmen ist immer noch kleiner als der unspektakuläre Aufbau an Beschäftigung in kleinen und mittleren Unternehmen“, so Weise. Der Autohersteller BMW hatte den Abbau von 8100 Jobs, davon 7500 in Deutschland, angekündigt. Beim Waschmittel- und Klebstoffhersteller Henkel sollen 3000 Jobs entfallen, bei Siemens rund 3000.

In Ostdeutschland werde es eine vergleichbaren Stellenabbau nicht geben, beruhigt Udo Ludwig, Konjunkturexperte des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle. Hier seien die Werke von Großkonzernen moderner und hätten flexiblere Arbeitsstrukturen.

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Februar fiel in Brandenburg deutlicher aus als im Bundesdurchschnitt. In der Mark waren 198000 Menschen auf Jobsuche, knapp 800 weniger als im Januar. Die Arbeitslosenquote sank um 0,4 Prozentpunkte, während sie bundesweit mit einem Minus von 0,1 Prozentpunkten fast stagnierte.

Brandenburgs Arbeitsministerin Dagmar Ziegler (SPD) zeigt sich zufrieden: „Der positive Trend bei der Beschäftigungsentwicklung setzt sich fort.“ Trotzdem müssten die Anstrengungen zur Verringerung der Langzeitarbeitslosigkeit verstärkt werden. Sie forderte Landkreise und kreisfreie Städte auf, das Bundesprogramm Kommunal-Kombi zügig umzusetzen.

SPD-Arbeitsmarktexpertin Esther Schröder warnte vor einem „zu rosigen Blick in die Zukunft“. Der Rückgang bei den offenen Stellen zeige, dass der Höhepunkt der Konjunktur überschritten sei. (Von Ulrich Nettelstroth)

Quelle: Text  und  Grafik  - MAZ vom 29.02.2008 

In der diesbezüglichen BA-Presseinfo Nr. 7: Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Februar 2008 der Arbeitsagentur findet man dann weitere Informationen:

Die Arbeitslosigkeit hat sich von Januar auf Februar bundesweit um -42.000 auf 3.617.000 (West: -36.000 auf 2.347.000; Ost: -6.000 auf 1.270.000) verringert. Der Rückgang ist etwa so groß wie im vergangenen Jahr. Üblicherweise gab es sonst im Februar leichte Zunahmen der Arbeitslosigkeit. Somit errechnet sich saisonbereinigt ein Rückgang der Arbeitslosigkeit um -75.000. Gegenüber dem Vorjahr wurden im Februar 630.000 weniger Arbeitslose gezählt.

Die anhaltend günstige Entwicklung der Arbeitslosigkeit beruht vor allem auf dem konjunkturell bedingten Aufbau sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Geholfen haben außerdem die Arbeitsmarktreformen und ein rückläufiges Arbeitskräfteangebot.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im Januar saisonbereinigt um 73.000 gestiegen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat nach Daten der Bundesagentur für Arbeit, die bis Dezember reichen, saisonbereinigt um 72.000 zugenommen. Durch den milden Winter und die beschäftigungstabilisierende Wirkung des Saisonkurzarbeitergeldes dürften diese Zuwächse überzeichnet sein.
Nicht saisonbereinigt ist die Erwerbstätigkeit nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes von Dezember auf Januar aus jahreszeitlichen Gründen um 609.000 auf 39,59 Millionen gesunken. Gegenüber dem Vorjahr hat die Erwerbstätigkeit um 519.000 zugenommen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im Dezember nach der Hochrechnung der BA bei 27,22 Millionen, gegenüber dem Vorjahr war das ein Zuwachs von 588.000.
Dabei entfällt mehr als die Hälfte des Beschäftigungszuwachses auf sozialversicherungspflichtige Vollzeitstellen. Außerdem gab es einen Anstieg bei den Selbständigen und Rückgänge bei den in Arbeitsgelegenheiten Beschäftigten und ausschließlich geringfügig Beschäftigten.

Anmerkung: Aha, dann schauen wir doch mal in die BA-Presseinfo Info Nr. 1 von Januar 2007:
Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im Oktober (2006) nach Schätzungen der BA bei 26,95 Millionen; das ist gegenüber dem Vorjahr (2005) ein Zuwachs um 392.000.

Nochmal Aha. Also ganze 270.000 Zuwächse in gut 15 Monaten bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, aber ein Rückgang um 170.000 Erwerbstätige von 39,76 Mio in 2006 auf 39,59 Mio in 2008 im gleichen Zeitraum. Was für ein berauschender Aufschwung. Kein Wunder, das beim Volk nichts ankommt.
Ausserdem sehr spannend, dass nach diesen Statistiken über 12,640 Millionen Menschen nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind. Genau das reißt aber das große Loch in die Rentenkasse, nicht aber die nach aussen hin angegebenen demografischen Verschiebungen.

Hinzu kommt, das die angegebenen Arbeitslosenzahlen: Alles nur Augenwischerei? nachweislich falsch sind, weil aus der offiziellen Statistik mindestens 3,5 Millionen Menschen ohne Arbeit herausgerechnet werden. Sogar die FDP-Fraktion interessiert sich am 11.03.08 im Bundestag mit einer kleinen Anfrage (16/8131) dafür. Nicht umsonst lässt sich andernorts von über 8,5 Millionen Leistungsempfängern lesen, die Diskrepanzen werden immer größer.

Leistungsempfänger Januar 2008 (Quelle: MAZ)

Arbeitslosenstatistik Januar 2008:

3,659 Millionen ohne Arbeit

Die MAZ meldet dazu am 01.02.2008:

Arbeitslosigkeit steigt trotz des Winters nur leicht an
Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Januar wegen des bisher milden Winters nur leicht gestiegen. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) gestern in Nürnberg mitteilte, waren im Januar 3,659 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 253000 mehr als noch im Dezember. Gegenüber dem Januar 2007 ging die Zahl allerdings deutlich um 625000 zurück. Die Arbeitslosenquote lag bei 8,7 Prozent gegenüber 8,1 Prozent im Dezember 2007.

„Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt setzt sich fort. Das Beschäftigungswachstum hält an, und die Nachfrage nach Arbeitskräften bleibt auf hohem Niveau“, sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. Neben der milden Witterung habe sich auch das im vergangenen Winter eingeführte Saisonkurzarbeitergeld für Bauberufe günstig ausgewirkt.

Auch Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) sah sich in seinen positiven Erwartungen bestätigt. „Trotz Bankenkrise und Nokia-Schließung können wir weiter zuversichtlich sein: Der Aufschwung am Arbeitsmarkt hält an. Es gibt einen robusten Aufwärtstrend“, sagte er in Berlin. In diesem Jahr werde die Arbeitslosigkeit weiter sinken.

In Brandenburg stieg die Zahl der Menschen ohne Arbeit im Januar auf 199074. Das waren 16932 mehr als im Dezember, aber 23544 weniger als im Januar vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich im Vergleich zum Dezember von 13,5 Prozent auf 14,7 Prozent.

Der Anstieg fiel stärker aus als im Bundestrend, weil im Land Brandenburg witterungsabhängige Berufe wie die Landwirtschaft eine größere Rolle spielen, sagte Olaf Möller von der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit. Arbeitsministerin Dagmar Ziegler (SPD) sieht in Brandenburg noch einen großen Nachholbedarf bei Qualifizierung und Weiterbildung.
(Von Ulrich Nettelstroth und Klaus Stark - MAZ)

Quelle: Text  und  Grafik  - MAZ vom 01.02.2008 

In einer anderen Meldung vom gleichen Tage berichtet Jürgen Lauterbach von der MAZ etwas differenzierter aus seinem Gespräch mit Rolf Usbeck, dem Leiter der Arbeitsagentur Brandenburg:

Jeder Sechste ist arbeitslos - Die Zahl der Job Suchenden ist im Januar auf fast 10000 gestiegen
Auszug: Den Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar hatte Rolf Usbeck bereits erwartet. Der Leiter der Arbeitsagentur in Brandenburg sprach gestern dennoch von einer „guten Basis“ für dieses Jahr. Denn obwohl im Januar deutlich mehr Menschen arbeitslos gemeldet waren als im Vormonat, sei die Quote von 16,0 Prozent für Brandenburg und die Umlandgemeinden „der stärkste Januarausgangswert, den wir seit 1998 je erreicht haben“.
Die positive Tendenz aus dem Vorjahr sei weiterhin stabil, sagte Usbeck. Er rechnet bereits für Februar mit einem verbesserten Arbeitsmarkt.

Quelle: Text  - MAZ vom 01.02.2008 

Dazu passt dann natürlich hervorragend diese Meldung aus der MAZ (ebenfalls vom 01.02.2008), die altbekanntes (endlich) thematisiert:

Geschönte Statistik: Ältere Arbeitslose, Mütter und Ein-Euro-Jobber werden nicht mitgezählt
POTSDAM - Für Ernst Nakonz aus Trebbin (Teltow-Fläming) ist die Statistik der Bundesagentur für Arbeit ein rotes Tuch. „Die Zahlen sind doch geschönt“, sagt der 59-jährige Ingenieur, der seit neun Jahren mit Unterbrechungen arbeitslos ist. Mitgezählt wird er nicht, denn er hat noch im Oktober die alte „58er-Regelung“ unterschrieben. Diese Regelung, die es den Betroffenen ermöglichte, freiwillig auf Vermittlungsangebote zu verzichten, ist zum Jahresende ausgelaufen. Aktuell sind es in Brandenburg rund 8100 Personen, die davon Gebrauch gemacht haben und seither nicht mehr in der Statistik auftauchen.

Eine Neuregelung, die in der vergangenen Woche vom Bundestag beschlossen wurde, lässt den Arbeitslosen keine Entscheidungsfreiheit. Wer über 58 Jahre alt ist und seit über einem Jahr keine Beschäftigungsangebote erhalten hat, wird automatisch nicht mehr als arbeitslos gewertet. „Das ist eine Verfälschung der Statistik“, kritisiert sogar der Chef des der Nürnberger Bundesagentur (BA) angeschlossenen Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Joachim Möller. Es bestehe die Gefahr, dass die Vermittler keine Anstrengungen mehr für die Älteren unternehmen, nachdem sie aus der Statistik verschwunden seien.

Das befürchtet auch Johannes Jakob, Arbeitsmarktexperte des Deutschen Gewerkschaftsbunds. Es sei eine Frage der Ehrlichkeit. „Wer dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht, sollte auch mitgezählt werden“, meint Jakob.

Von „Statistikspielchen auf Kosten der älteren Arbeitslosen“ spricht Christian Görke (Linke). Hinzu komme die mit 63 Jahren drohende Zwangsverrentung. Auch SPD-Arbeitsmarktexpertin Esther Schröder ist irritiert. „Nach zwölf Monaten Vermittlungsbemühungen einen Schnitt zu machen, widerspricht unserer eigenen Strategie“, sagt sie.

Wichtig sei, dass auch diese aus der Statistik gefallenen Arbeitslosen weiter Vermittlungsangebote erhalten, sagt Claudia Szczes, Sprecherin des Brandenburger Arbeitsministeriums. Die Bundesagentur für Arbeit habe das zugesichert. „Wir wollen und können auf diese Älteren nicht verzichten“, so Szczes.

Mit Fragezeichen behaftet ist in der Arbeitslosenstatistik nicht nur die Gruppe der Älteren. Paul Schröder vom Bremer Institut für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe sieht im gesamten Bereich des Arbeitslosengelds II „viel Gestaltungsspielraum für die kommunalen Träger“. Es gebe von Landkreis zu Landkreis mitunter riesige Unterschiede hinsichtlich des Anteils der Arbeitslosengeld II-Empfänger, die als arbeitslos eingestuft werden.

In Brandenburg gibt es rund 250000 sogenannte „erwerbsfähige Hilfebedürftige“, von denen aber nur 131000 als Arbeitslose mitgezählt werden. Der Rest ist entweder berufstätig, meist in einem Minijob, und erhält aufstockend Arbeitslosengeld II (in Brandenburg waren das im August 43000), befindet sich in Maßnahmen wie Ein-Euro-Jobs (in Brandenburg insgesamt knapp 57000) oder gilt als nicht verfügbar, weil kleine Kinder oder Angehörige gepflegt werden müssen. „Gerade beim letzten Punkt gibt es aus den Kreisen sehr unterschiedliche Zahlen“, so Schröder. Für ihn ein Indiz für eine geschönte Statistik.

Es würde tatsächlich nicht schön aussehen, würden alle erwerbsfähigen Hilfebedürftigen in der Statistik berücksichtigt. Dann stiege die Zahl der Arbeitslosen in Brandenburg mit einem Schlag von knapp 200000 auf 320000, die Arbeitslosenquote erhöhte sich von 14,7 auf 23,5 Prozent. Oder sogar auf 26,2 Prozent, wenn man wie früher nur die abhängig Beschäftigten als Bezugsgröße verwenden würde und nicht, wie heute, die Selbstständigen einbezöge. (Von Ulrich Nettelstroth)

Quelle: Text  - MAZ vom 01.02.2008 

Aber Herr Nettelstroth - nicht nur in Brandenburg. Die Zahl der Arbeitslosen würde sich bundesweit schlicht fast verdoppeln, wäre dann aber noch immer nicht ehrlich, weil noch die Sozialhilfeempfänger fehlen würden. Die Politik betrügt uns hier vorsätzlich und wissentlich und eine ganze Menge Bürger wollen sich zu diesem Thema auch scheinheilig belügen lassen. Wie sähe denn folgende Meldung aus:
7,25 Millionen ohne Arbeit - dann wäre das dümmliche Gerede von den vielen neuen Arbeitsplätzen und vom sogenannten Aufschwung, der beim Bürger ankommt wohl sehr schnell zu Ende. Und die schwarz-rote Koalition hätte ein weiteres Problem.
Ach ja - wer es wirklich wissen wollte und rechnen konnte, dem standen die echten Zahlen eigentlich immer zur Verfügung. Siehe auch weiter oben auf dieser Seite.

Die BA-Presseinfo Nr. 4: Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Januar 2008(PDF) vermeldet dazu:
Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im November nach der Hochrechnung der Bundesagentur für Arbeit bei 27,46 Millionen, gegenüber dem Vorjahr war das ein Zuwachs von 545.000. Dabei entfällt knapp die Hälfte des Beschäftigungszuwachses auf sozialversicherungspflichtige Vollzeitstellen.

In den letzten drei Monaten hat sich der Stellenbestand um monatsdurchschnittlich 10.000 und die ungeförderten „normalen“ Stellen um 4.000 reduziert. Nicht saisonbereinigt hat sich der gesamte Stellenbestand von Dezember auf Januar um 17.000 auf 528.000 Stellen verringert. Von diesen Stellen waren 90 Prozent sofort zu besetzen. Im Vergleich zum Vorjahr hat der Bestand um 65.000 abgenommen. Von allen gemeldeten Stellen waren 60 Prozent oder 319.000 ungeförderte Stellen für „normale“ sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse. Das waren 16.000 weniger als vor einem Monat und 19.000 weniger als vor einem Jahr. Neben den gemeldeten offenen Stellen kennt die Bundesagentur noch zusätzliche Stellen, unter anderem gemeldet aus der privaten Arbeitsvermittlung sowie aus ihrer Job-Börse und dem Job-Roboter. Alles in allem waren das im Januar 933.000 Stellen, 131.000 mehr als vor einem Jahr.

Damit stehen also schon den "offiziellen" 3,659 Mio Arbeitslosen also im Verhältnis 3,5 zu 1 deutlich weniger als 1 Mio offene Stellen gegenüber. Rechnet man mit echten Zahlen kommen wir auf mindestens sieben Arbeitslose auf eine offene Stelle - wobei auch noch vielfach Doppelnennungen und Nichtlöschung gemeldeter Stellen kommt, die sich nach Schätzungen zwischen 30% bis 50% der offenene Stellen bewegen soll. Verlogener als diese Statistikspielchen geht es also kaum noch bei dieser Volksverdummung.

Leistungsempfänger Dezember 2007 (Quelle: MAZ)

Arbeitslosenstatistik Dezember 2007:

3,406 Millionen ohne Arbeit

Die MAZ meldet dazu am 05.01.2008:

Quote bleibt im Dezember bei 8,1 Prozent / 2007 war bestes Jahr seit 1995
BERLIN - Die kalte Jahreszeit ist da – trotzdem hat die Zahl der Arbeitslosen kaum zugenommen. Experten sind auch für 2008 zuversichtlich.

Die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt hält an. Im Dezember registrierte die Bundesagentur für Arbeit (BA) einen Anstieg der Arbeitslosenzahl um 28000 auf 3,406 Millionen – deutlich weniger als für die Jahreszeit üblich. Die Arbeitslosenquote blieb konstant bei 8,1 Prozent. Durch die gute Konjunktur sei die Nachfrage nach Arbeitskräften weiter hoch, sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise gestern in Nürnberg. Für 2008 rechnet er durchschnittlich mit 3,5 Millionen Menschen ohne Job: „Rein rechnerisch wären in einem Monat auch unter drei Millionen Arbeitslose drin.“ 2007 sei mit im Schnitt 3,776 Millionen Arbeitslosen – 711000 weniger als 2006 – das beste Jahr seit 1995 gewesen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach von einer erfreulichen Entwicklung, die auch den politischen Reformen zu verdanken sei. „Unsere wichtigste Aufgabe für 2008 bleibt es, noch mehr Menschen in Arbeit zu bringen und sie am wirtschaftlichen Aufschwung teilhaben zu lassen“, so Merkel. Zuversichtlich zeigte sich auch Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD). Wichtig seien jetzt Maßnahmen für besonders benachteiligte Gruppen, etwa das nun startende Programm Kommunal-Kombi, von dem besonders Ostdeutschland profitiere.

Besorgt zeigte sich der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB). Der schwache private Konsum bleibe „die Achillesferse des aktuellen Konjunkturhochs“, so Vorstandsmitglied Claus Matecki.

In Brandenburg stieg die Zahl der Arbeitslosen stärker als im Bundesdurchschnitt. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,3 Prozentpunkte auf 13,5 Prozent. (Von Ulrich Nettelstroth - MAZ)

Quelle: Text  und  Grafik  - MAZ vom 05.01.2008 

Interessant dazu die folgende Meldung aus dem Bundestag vom 04.01.2008

HiB 001/2008: Überplanmäßige Ausgaben für Arbeitslosengeld II
Berlin: (hib/MIK) Einer überplanmäßigen Ausgabe in Höhe von 400 Millionen Euro für das Arbeitslosengeld II hat der Bundesfinanzminister auf Antrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zugestimmt. Zudem ist der Deckungsvermerk in Höhe von einer Milliarde Euro in diesem Bereich in Anspruch genommen worden. Das geht aus einer Unterrichtung durch die Bundesregierung (16/7450) hervor. Die höheren Zahlungen für das Arbeitslosengeld II von insgesamt bis zu 1,4 Milliarden Euro ergäben sich aus einer höheren Anzahl der Bedarfsgemeinschaften, heißt es weiter. Zugestimmt hat der Finanzminister außerdem überplanmäßigen Ausgaben bis zur Höhe von 50 Millionen Euro für die Beteiligung des Bundes an den Leistungen für Unterkunft und Heizung für Langzeitarbeitslose (16/7449), sowie bis zu einer Höhe von 30 Millionen Euro für Prämien nach dem Wohnungsbau-Prämiengesetz (16/7448).

Die Erhöhung der Anzahl der Bedarfsgemeinschaften (im Klartext: Mehr Leistungsempfänger) scheint ja nun irgendwie mit dem sogenannten "Aufschwung" zu korelieren, der wohl nur bei ausgesuchten ankommt.

Leistungsempfänger November 2007 (Quelle: MAZ)

Arbeitslosenstatistik November 2007:

3,378 Millionen ohne Arbeit

Die MAZ meldet dazu am 30.11.2007:

Tiefster Stand seit 14 Jahren
NÜRNBERG/BERLIN Die Arbeitslosenzahl in Deutschland ist im November auf den niedrigsten Stand seit über 14 Jahren gesunken. Bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg waren 3,378 Millionen Arbeitslose registriert, wie die Behörde gestern mitteilte. Das sind 55 000 weniger als im Oktober und 617 000 weniger als noch vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote fiel um 0,1 Punkte auf 8,1 Prozent. Noch niedriger war die Arbeitslosigkeit zuletzt im Juni 1993.

Nach Einschätzung von BA-Chef Frank-Jürgen Weise wird die Zahl der Menschen ohne Job auch im Winter nicht über vier Millionen steigen. Dies hänge aber von der Witterung ab: "Wir wissen nicht, welche Einflüsse ein ganz starker Wintereinbruch hätte." Für den Rückgang im November macht er die gute Konjunktur verantwortlich. Trotz der für 2008 vorausgesagten Abschwächung des Wachstums erwartet die BA einen weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit. Im Schnitt wird im nächsten Jahr mit 3,5 Millionen Arbeitslosen gerechnet.

In Brandenburg waren im November 178 522 Menschen ohne Arbeit. Das sind 2255 weniger als im Oktober. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Prozentpunkte auf 13,2 Prozent. Vor einem Jahr lag sie noch bei 15,3 Prozent. Bundesweit stieg die Zahl der Erwerbstätigen mit 40,3 Millionen auf einen neuen Rekordstand.

Für die CDU begrüßte Generalsekretär Ronald Pofalla die Entwicklung. "Die Bundesregierung hat die Weichen für den Aufschwung richtig gestellt", sagte er. Auch FDP-Vize Rainer Brüderle sprach von "sehr erfreulichen und hoffnungsvollen Nachrichten", rief aber zu weiteren Reformen auf. Es sei höchste Zeit, das "Geschenk der immer noch stabilen Weltkonjunktur für die nötige Reformpolitik zu nutzen", sagte er.

Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD)bekräftigte in seiner ersten Rede als Ressortchef im Bundestag das Ziel, die Zahl der Erwerbslosen weiter zu senken. Dazu soll vor allem die Arbeitsvermittlung noch effizienter werden. "Weltweit darf uns niemand berichten, dass er es besser organisiert hat als in diesem Land", sagte Scholz. In Deutschland dürfe keine öffentliche Einrichtung leistungsfähiger sein als die Bundesagentur für Arbeit. Er selbst wolle nahtlos an die Politik seines Vorgängers Franz Müntefering anknüpfen. Die Bereiche Arbeit und Soziales seien entscheidend für den Erfolg der Regierung, so Scholz.

Volkswirte zeigten sich gestern beeindruckt von den Arbeitsmarktdaten. "Die Verbesserung ist stärker als erwartet", so Bernd Weidensteiner von der DZ Bank. Analyst Matthias Rubisch von der Commerzbank ergänzte: "Es sind erfreuliche Zahlen, das kann man sagen. Der Arbeitsmarkt läuft gut, das Wirtschaftswachstum wirkt sich weiter deutlich positiv aus." kra

Quelle: Text  und  Grafik  - MAZ vom 30.11.2007 

Anmerkungen zur Situation

Es ist schon sehr vermessen, wie die Politik im inzwischen zum Niedriglohnland und zu höchster allgemeiner und Kinderarmut verkommenen Deutschland die Zahlen kommentiert - denn die Bundesregierung hat überhaupt keine Weichen gestellt - es sei denn Sozialabbau, damit einhergehende Verarmung und Repression großer Bevölkerungsteile ist damit gemeint. Nach wie vor liegt die für einen nachhaltigen Beschäftigungserfolg wichtige Binnenwirtschaft am Boden - und das soll auch so bleiben, damit die von Wirtschaft geforderten und von der Politik unterstützten Dumpinglöhne weiterhin Bestand haben.

Die Bundesagentur für Arbeit meldet im Monatsbericht November 2007: "In Arbeitsgelegenheiten (in der Mehraufwandsvariante) waren im Oktober 302.000 Arbeitslosengeld II-Empfänger beschäftigt, 8.000 weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der ausschließlich geringfügig entlohnt Beschäftigten hat nach ersten Hochrechnungen der Bundesagentur für Arbeit im September 4,79 Mio betragen, 12.000 mehr als vor einem Jahr".
Das bedeutet im Klartext: mindestens 5,1 Millionen arbeitende ALG2-Empfänger werden von Wirtschaft oder Verwaltungen mit Dumpinglöhnen ausgebeutet und müssen trotz Arbeit weiter Sozialhilfe empfangen. Nette Wirtschaftssubvention! Dazu kommen dann noch die anderen Langzeitarbeitslosen, die keinen schlecht bezahlten Job haben und tatsächlich in der Statistik auftauchen.
Insgesamt haben wir also tatsächlich 3,4 Millionen offizielle Arbeitslose + 5,1 Mio als EEJ oder so prekär Beschäftigte, die weiter Hartz IV benötigen um nicht das "Existenzminimum" zu unterschreiten. Zusammen 8,5 Millionen Menschen ohne Arbeit oder mit Einkommen unterhalb des Existenzminimums

Inzwischen wird es schon mehr als nur peinlich, die ausufernde Gesamtumverteilung zu beobachten, die die Armen weiter verarmt und die Reichen weiter bereichert, wie es unter anderem hier beim ZDF am 29.11.2007 von Peter Frey bestätigt wird:

System unter Verdacht
Ein Konzern-Chef verdiente vor acht Jahren etwa 30 bis 50 mal so viel wie seine Mitarbeiter, im Zuge der New Economy explodierte der Faktor auf bis zu 400. Den Konzernchefs gehe es im Übrigen gar "nicht ums Ausgeben. Die Millionen sind ein Symbol, zu den Auserwählten zu gehören, die Milliardenumsätze und -gewinne für ihr Unternehmen generieren". Auch für die Mitarbeiter sind die Managereinkommen Symbole. Um noch einmal den Bundespräsidenten zu zitieren: "Wir haben in der Vergangenheit eine wachsende Ungleichheit der Einkommen nur hingenommen, weil die Kurve für alle nach oben wies. Das muss so bleiben. Der Aufstieg der einen darf nicht der Abstieg der anderen sein".

Der Bürger wirft in der Diskussion möglicherweise Dinge zusammen, die nicht zusammen gehören. Aber sie ergeben einen Mix, der auch die politische Veränderungsbereitschaft stark einschränkt. Dass zum gleichen Zeitpunkt, da unter der Überschrift "Fördern und Fordern" Menschen mit 30 oder 35 Beschäftigungsjahren sich auf einen Sturz auf Hartz-Niveau gefasst machen mussten, die Managergehälter auf Millionensummen stiegen, hatte einen gesellschaftlichen Widerhall. Dass in Amerika Manager, die ihre Firmen fast ruiniert haben, Merill Lynch ist das neueste Beispiel, mit dreistelligen Millionensummen als Abfindung rechnen können, stellt das ganze System unter Verdacht.

Ein verändertes Lebensgefühl
Es geht dabei nicht um eine Neid-Debatte. Es geht um ein verändertes Lebensgefühl in Deutschland: die Schere zwischen Arm und Reich hat sich geöffnet, in einer Weise wie es das Land seit den Jahren der Weimarer Republik nicht erlebt hat. Aus der Perspektive derer am unteren Ende liegt die Frage auf der Hand, wem die Reformen eigentlich zugute kommen, wem sie nutzen und welche Opfer die anderen bringen. Für Fairness haben die Menschen ein ziemlich gutes Gefühl - schreibt Peter Frey im ZDF.

Da bei geht es praktisch um eine Verdoppelung der Belastungen, denn das Einkommen stagniert oder wird weniger, dafür steigt aber die Steuerlast der abhängig Beschäftigen stetig an - was bei Firmen und Managern im genau umgekehrten Verhältnis steht. Einkommen und Gewinne steigen extensiv an und die Steuerlast sinkt kräftig ab. Meinte Herr Pofalla das mit der "richtigen Weichenstellung" zur stetigen Umverteilung von unten nach oben?

Leistungsempfänger Oktober 2007 (Quelle: Arbeitsagentur)

Arbeitslosenstatistik Oktober 2007:

3,434 Millionen ohne Arbeit

Die MAZ vermeldet dazu am 01.11.2007:

Tiefster Stand seit zwölf Jahren
BERLIN Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist auf den tiefsten Stand seit mehr als zwölf Jahren gesunken. Dank der anhaltend guten Konjunktur sank die Zahl der Jobsuchenden im Oktober auf 3,434 Millionen, wie die Nürnberger Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag mitteilte. Das sind 110 000 weniger als im September und 650 000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank von 8,4 auf 8,2 Prozent. Gleichzeitig stieg die Zahl der Erwerbstätigen zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik auf mehr als 40 Millionen Menschen.

"Die gute Konjunktur verstärkte im Oktober die übliche Herbstbelebung", sagte BA-Vorstand Heinrich Alt in Nürnberg. Er erwarte, dass sich der positive Trend fortsetze. Sowohl Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) als auch Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD) werteten den Rückgang als Ansporn, die Reformen fortzusetzen. Müntefering: "Das ist eine schöne Zahl, ein goldener Oktober."

In Brandenburg sank die Arbeitslosenquote von 13,8 Prozent im September auf 13,4 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie noch 15,6 Prozent. Ende Oktober waren 180 777 Menschen ohne Job. Neue Stellen gab es vor allem bei Zeitarbeitsfirmen, aber auch im verarbeitenden Gewerbe. Insgesamt hatten 732 400 Männer und Frauen einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz – knapp 20 000 mehr als noch vor einem Jahr. Die Brandenburger Arbeitsministerin Dagmar Ziegler (SPD) begrüßte, dass die Arbeitslosigkeit auch bei den über 50-Jährigen zurückging. Für die Linksfraktion sagte deren arbeitsmarktpolitischer Sprecher Christian Görke, der Rückgang sei "kein Grund zum Ausruhen". kra

Quelle: Text MAZ vom 01.11.2007; 
Grafik und Daten von Arbeitsagentur: Monatsbericht Oktober 2007 der Bundesagentur für Arbeit [PDF - 728 KB])

Was sagen nun diese Zahlen aus?

Wer genau hinschaut, wird mal wieder feststellen, das es etliche Ungereimtheiten gibt. Denn insgesamt gibt es weit über 6 Millionen ohne Arbeit und dabei sind die Ein-Euro-Jobber, in Maßnahmen befindliche oder Hartz-IV-Aufstocker herausgerechnet (und diejenigen, die zwar arbeitslos sind, aber aus diversen Gründen keine Leistungen beziehen im ALG I und ALG II Bereich) schlicht herausgerechnet.
Bezüglich obiger Grafik schreibt die Arbeitsagentur selbst: "Im Oktober bekamen 6.006.000 erwerbsfähige Menschen Lohnersatzleistungen nach dem SGB III oder Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem SGB II, 406.000 oder 6 Prozent weniger als vor einem Jahr. 2.964.000 oder 49 Prozent dieser Leistungsempfänger waren arbeitslos. Bezogen auf alle Arbeitslosen (Fußnote 7 der Grafik) erhielten 86 Prozent Leistungen".
Von "Dunkelziffern" wird allerdings kein Sterbenswörtchen geschrieben, die die Statistik wohl auch bewußt nicht erfaßt.

Fazit:
Man bejubelt also einen Status von "nur" 3.434 Millionen Menschen ohne Arbeit, tatsächlich sind es aber weit über 6 Millionen. Zusätzlich verflacht sich die Kurve der in Arbeit kommenden um -9.000 von September zu Oktober - was im Allgemeinen genau umgekehrt war. Der "Aufschwung nähert sich also dem Ende zu und für den für die Beseitigung der Arbeitslosigkeit so eminent wichtige Binnenwirtschaft wurde seit 2005 absolut nichts getan.

Arbeitsmarkt: 2007 fast wie 1994, aber doch ganz anders Wolfgang Lieb in NachDenkseiten.de vom 30.10.07
Die NachDenkSeiten schreiben unter obigem Titel u.a. dazu:
Auch die Wachstumsraten der Beschäftigung sind seit Beginn des Jahres in der Tendenz rückläufig. Hinzuzufügen ist darüber hinaus, dass der Arbeitsmarkt auch dadurch entlastet wird, dass das Arbeitskräfteangebot rückläufig ist. Die Bundesagentur geht im Jahresdurchschnitt von 73.000 Menschen aus, die überwiegend durch die demografische Entwicklung aus der Statistik heraus gefallen sind. Keine Angaben macht die Bundesagentur leider darüber, wie viele Menschen aufgrund sog. statistischer Bereinigungen oder der „systematischen Überprüfung des Arbeitslosenstatus“ nicht mehr erfasst werden. Es dürfte sicher keine vernachlässigbare Größe sein, so wurden z.B 287.000 Arbeitslosengeld-Empfänger nicht als arbeitslos geführt, weil sie die vorruhestandsähnliche Regelung des § 428 SGB III in Anspruch nahmen, arbeitsunfähig erkrankt waren oder sich in einer Trainingsmaßnahme befanden.

Fazit der NachDenkSeiten: Ein ganz erheblicher Teil des Beschäftigungszuwachses resultiert aus der Zunahme von prekären Beschäftigungsverhältnissen, nämlich der Zunahme von Leiharbeit, geringfügig entlohnter Beschäftigung, Teilzeitbeschäftigung. Bei einer rückläufigen Konjunktur dürften diese prekären Arbeitsverhältnisse am stärksten gefährdet sein. Die Statistik wird auch durch ein rückläufiges Arbeitskräfteangebot auf dem Arbeitsmarkt (vor allem durch altersbedingte Abgänge) und durch statistische Bereinigungen geschönt.

Zu Begeisterung über die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt besteht also nach wie vor kein Anlass, und schon gar nicht gibt es Grund zur Lobhudelei über die „positiven Wirkungen“ der Arbeitsmarkt-„Reformen“. „Hauptgrund für die Abnahme der Arbeitslosenzahl ist das positive konjunkturelle Umfeld, außerdem spielt der Rückgang des Arbeitskräfteangebots eine Rolle“ hält die Bundesagentur all denjenigen vor, die sich mit fremden Federn schmücken wollen.

Arbeitslosenstatistik September 2007:

3,543 Millionen ohne Arbeit

Die MAZ vermeldet dazu am 28.09.2007: (leider stand im September keine Grafik Online)

Der Aufschwung kommt an - Niedrigster Stand seit zwölf Jahren
NÜRNBERG Die gute Konjunktur hat zu einem kräftigen Aufschwung am deutschen Arbeitsmarkt geführt. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg gestern mitteilte, waren im September 3,543 Millionen Menschen in Deutschland ohne Arbeit, 162 000 weniger als im August und 694 000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank um 0,4 Prozentpunkte auf 8,4 Prozent.

Die im September übliche Herbstbelebung am Arbeitsmarkt sei in diesem Jahr besonders kräftig ausgefallen, sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. Die Bundesagentur rechnet trotz der Krise an den Finanzmärkten damit, dass die Arbeitslosigkeit weiter sinkt und im kommenden Jahr im Schnitt nur noch 3,5 Millionen Menschen betroffen sind.

"Der Aufschwung kommt bei den Menschen an", bilanzierte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Die Arbeitslosigkeit habe den niedrigsten Stand seit zwölf Jahren erreicht. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) plädierte für eine Senkung des Beitrags zur Arbeitslosenversicherung von derzeit 4,2 auf 3,5 Prozent. Auch FDP-Generalsekretär Dirk Niebel forderte, die Beiträge zu senken. Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) forderte weitere Anstrengungen zur Belebung des Arbeitsmarktes, etwa für Ausbildungsplätze, sowie Investitionen in die Infrastruktur. Kritisch äußerte sich Annelie Buntenbach vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). Es boomten vor allem Leiharbeit und befristete Beschäftigung. Die Risse am Arbeitsmarkt würden immer tiefer, so Buntenbach. In Brandenburg ging die Arbeitslosigkeit noch stärker zurück als im Bundesdurchschnitt: Hier sank die Arbeitslosenquote um 0,7 Punkte auf jetzt noch 13,8 Prozent. net

Quelle: Text MAZ vom 29.09.2007 

Zu sparsam

Antje Schroeder kommentiert das in der MAZ vom 29.09.07 so:
Selbst notorische Pessimisten können es kaum noch leugnen, dass der Aufschwung auf den Arbeitsmarkt durchgeschlagen hat. Und der scheint erfreulich robust zu sein, auch wenn sich mit der US-Immobilienkrise schwarze Wolken am Horizont abzeichnen. Noch erfreulicher ist, dass Brandenburg besonders profitiert. Auch wenn die Arbeitslosenquote immer noch höher liegt als im Bundesschnitt, verringert sich der Abstand. Noch besser wäre es freilich, wenn die Chancen für eine Vermittlung besser genutzt würden. Es ist unverständlich, warum gerade jetzt, wo Facharbeiter gesucht werden und oft nur ein kleiner Baustein in der Qualifizierung fehlt, immer noch an der Weiterbildung gespart wird. In Brandenburg kamen im September 4100 Arbeitslose in den Genuss einer Qualifizierung. Dagegen waren 14 400 Menschen in Ein-Euro-Jobs geparkt. Derartige Arbeitsgelegenheiten sollten aber nur der letzte Notnagel für die Arbeitsmarktpolitik sein.

Quelle: Text MAZ vom 29.09.2007 

Auszug aus BA-Presseinfo Nr. 61: Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im September 2007

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im August saisonbereinigt um 34.000 gestiegen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat nach Daten der Bundesagentur für Arbeit im Juli saisonbereinigt um 53.000 zugenommen. Nicht saisonbereinigt hat die Erwerbstätigkeit nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes von Juli auf August um 73.000 auf 39,86 Millionen zugenommen. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Anstieg um 637.000. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im Juli nach der Hochrechnung der Bundesagentur für Arbeit bei 26,89 Millionen, gegenüber dem Vorjahr war das ein Zuwachs von 555.000. Dabei entfällt etwa die Hälfte der Beschäftigungszunahme auf sozialversicherungspflichtige Vollzeitstellen. Die Zahl der ausschließlich geringfügig entlohnt Beschäftigten hat nach ersten Hochrechnungen der Bundesagentur für Arbeit im Juli 4,96 Millionen betragen, 125.000 mehr als vor einem Jahr. Außerdem gab es einen Anstieg bei den Selbständigen. Die Zahl der Beschäftigten in Arbeitsgelegenheiten war dagegen rückläufig.

Bewertung beim Infoportal JJAHNKE.NET

Der bekannte Auswerter öffentlicher Statistiken hat dazu folgende Meinung: Arbeitslos im September 2007
Der September verzeichnet in der Statistik der Bundesagentur gegenüber Vormonat einen Rückgang der saisonbereinigten Arbeitslosigkeit um 50.000. Doch angesichts praktisch gestoppten Zuwachses an den besonders wichtigen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen, des bei saisonaler Bereinigung stagnierenden Beschäftigungsaufbaues im September gegenüber August, des im Vorjahresvergleich starken Aufbaues an prekären Beschäftigungsverhältnissen, und der fortgesetzten "administrativen Bereinigung" der Statistik sowie der von der Arbeitsmarktpolitik unabhängigen Entlastung durch die demographische Entwicklung bleibt die Arbeitsmarktsituation trotz aller Erfolgsmeldungen enttäuschend. Im europäischen Vergleich verharrt Deutschland bei den besonders belasteten Langzeitarbeitslosen am Ende des Vergleichsfeldes.

Fazit (von JJAHNKE.NET)
Ins kritische Auge springt vor allem der praktisch gestoppte Zuwachs an den besonders wichtigen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen, der bei saisonaler Bereinigung stagnierende Beschäftigungsaufbau im September gegenüber August, der im Vorjahresvergleich starke Aufbau an prekären Beschäftigungsverhältnissen und die fortgesetzte "administrative Bereinigung" der Statistik sowie die von der Arbeitsmarktpolitik unabhängige Entlastung durch die demographische Entwicklung. In einer Nettogegenrechnung des Aufwuchses prekärer Arbeitsverhältnisse bleibt vom angeblichen Boom am Arbeitsmarkt wenig übrig. Gerade diese Arbeitsverhältnisse werden sehr schnell wieder verschwinden, wenn sich die Konjunktur - wie zu erwarten - weiter abschwächt.
Im europäischen Vergleich bleibt Deutschland bei den besonders belasteten Langzeitarbeitslosen am Ende des Vergleichsfeldes.

Quelle: Text www.jjahnke.net 
Arbeitslosenstatistik Berlin/Brandenburg August 2007 (Quelle: MAZ)

Arbeitslosenstatistik August 2007:

3,705 Millionen ohne Arbeit

Die MAZ vermeldet dazu am 31.08.2007:

Im Juli wieder etwas mehr Arbeitslose
NÜRNBERG Trotz der Turbulenzen auf den Finanzmärkten zeigte sich die Konjunktur auf dem Arbeitsmarkt im August robust. Die Zahl der Erwerbslosen sank seit Juli um 10 000 auf 3,705 Millionen. Das war der niedrigste August-Stand seit zwölf Jahren. "Die gute konjunkturelle Lage wirkt sich weiter positiv aus", sagte der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise. Die Arbeitslosenquote sank auf 8,8 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie noch 10,5 Prozent betragen. "Wer arbeitslos ist, darf hoffen, Arbeit finden zu können", sagte Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD). Der haushaltspolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Steffen Kampeter, kritisierte den zunehmenden Anteil der Langzeitarbeitslosen von 68 Prozent. In Brandenburg sank die Arbeitslosenquote um 0,3 Punkte auf 14,5 Prozent. MAZ

Quelle: Text und Grafik MAZ vom 31.08.2007 

Niedrigste August-Arbeitslosenzahl seit zehn Jahren

Die Sommerflaute bei der Beschäftigung ist überwunden/ Platzeck sieht Verdienste märkischer Politik Andreas Streim in der MAZ vom 31.08.07
POTSDAM Die Signale vom Brandenburger Arbeitsmarkt sind mittlerweile so positiv, dass sich gestern auch Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) zu Wort meldete. "Die Unternehmen schaffen Arbeitskräfte aufgrund der guten Konjunktur", ließ Platzeck mitteilen – nicht ohne gleichzeitig darauf hinzuweisen, dass dies auch den guten Rahmenbedingungen im Land geschuldet sei. Die Landesregierung werde nicht nachlassen, ihr oberstes Ziel, Arbeitsplätze zu schaffen, konsequent weiterzuverfolgen.

Während die Arbeitslosigkeit im Juli angezogen war, ging die Quote im August wieder um 0,3 Punkte auf 14,5 Prozent nach unten. Das waren 1,8 Punkte weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Arbeitslosen lag mit 196 000 auf dem niedrigsten August-Stand seit zehn Jahren. Von der Belebung profitieren besonders jüngere Arbeitnehmer unter 25 Jahren, bei denen die Arbeitslosenzahl um 12,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr abnahm – auch wenn gegenüber Juli saisonbedingt ein Anstieg zu verzeichnen war. Bei Frauen ging die Arbeitslosenzahl gegenüber dem Vorjahr um 8,1 und bei Beschäftigten über 50 Jahren um 7,4 Prozent zurück.

Auch bei der Zunahme der Beschäftigung kann Brandenburg gute Zahlen vorweisen. Im Mai waren 726 000 Märker sozialversicherungspflichtig beschäftigt, drei Prozent mehr als im Vorjahr. "Brandenburg liegt damit weiterhin auf Platz eins im Vergleich aller Bundesländer", sagte Arbeitsministerin Dagmar Ziegler (SPD).

Die SPD-Arbeitsmarktexpertin Esther Schröder kritisierte hingegen, dass die Zahl der Ein-Euro-Jobber mit 14 000 den höchsten Stand seit Jahresbeginn und die Zahl der Bildungsmaßnahmen mit 3800 den niedrigsten Stand seit 2005 erreicht habe. Das sei unverständlich und "total verfehlt", so Schröder. Der Arbeitsmarktexperte der Linksfraktion, Christian Görke, kritisierte, dass es sich bei zwei Drittel der neuen Beschäftigungsverhältnisse um Teilzeitstellen oder befristete Jobs handele. as

Quelle: Text MAZ vom 31.08.2007 
Arbeitslosenstatistik Berlin/Brandenburg Juli 2007 (Quelle: MAZ)

Arbeitslosenstatistik Juli 2007:

3,715 Millionen ohne Arbeit

Die MAZ vermeldet dazu am 01.08.2007:

Im Juli wieder etwas mehr Arbeitslose
NÜRNBERG Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Juli leicht gestiegen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) waren 3,715 Millionen Menschen ohne Job, 28 000 mehr als im Juni. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,1 Prozentpunkte auf 8,9 Prozent. Der Anstieg sei schwächer ausgefallen als sonst im Juli üblich, sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. Der Arbeitsmarkt werde durch die gute Konjunktur und ein rückläufiges Arbeitskräfteangebot entlastet. Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) erklärte, die Basis für Fortschritte am Arbeitsmarkt sei stabil. Der Deutsche Gewerkschaftsbund forderte eine Qualifizierungsoffensive, um die Zahl der Langzeitarbeitslosen zu verringern. In Brandenburg erhöhte sich die Arbeitslosenquote um 0,3 Prozentpunkte, deutlich stärker als im Bundesdurchschnitt. net

Quelle: Text und Grafik MAZ vom 01.08.2007 

Mehr als 16 000 Hartz-IV-Leistungsempfänger, fast 15 000 Arbeitsuchende

Immer mehr Niedriglohnjobs Volker Oelschläger in der MAZ vom 01.08.07
TELTOWER VORSTADT Die Anzahl von Potsdamern, die auf Leistungen nach dem Hartz-IV-Gesetz angewiesen sind, nimmt weiter zu. Nach den gestern bekannt gegebenen Arbeitsmarktdaten der Bundesanstalt für Arbeit (BA) leben mittlerweile 16 036 Personen in der Landeshauptstadt in so genannten Bedarfsgemeinschaften. 3764 davon sind Kinder unter 15 Jahren. 12 196 Personen werden als erwerbsfähige Hilfebedürftige geführt. Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften erhöhte sich von 8576 im Juli 2006 auf 9187 im Juli 2007. Auch die Gesamtzahl der Hartz-IV-Empfänger war im Juli 2006 mit 13 892 Personen noch deutlich geringer.
Ein Grund für die stetige Zunahme ist laut Frank Thomann, Chef der Potsdamer Arbeitsgemeinschaft zur Grundsicherung für Arbeitsuchende (Paga), die wachsende Anzahl von Personen, die wegen sehr geringer Einkommensverhältnisse auf ergänzende Leistungen der Paga angewiesen sind. Nach erster Schätzung sprach er gestern von 1240 Potsdamern, die arbeiten gehen oder selbständig tätig sind und trotzdem die Hilfe der Paga brauchen. Auf bestimmte Einkommensgrenzen für ergänzende Hilfen wollten sich gestern weder Thomann noch die Chefin der Potsdamer BA, Edelgard Woythe, festlegen. Ansprüche müssten jeweils im Einzelfall ermittelt werden. Pro Bedarfsgemeinschaft wurden im Juli im Durchschnitt knapp 800 Euro inklusive Kosten der Unterkunft, Regelsätzen und Sozialversicherung gezahlt.

Mit einer Arbeitslosenquote von 9,9 Prozent hatte der Juli den drittbesten Monatswert der vergangenen zehn Jahre. Nur der Juni 2007 und der November 2006 schlossen bei jeweils 9,8 Prozent mit einer noch besseren Arbeitslosenquote ab. Die Zahl der Arbeitslosen in Potsdam stieg von 7871 im Juni nur äußerst geringfügig auf 7900 im Juli. 5500 von ihnen bekommen das Arbeitslosengeld II nach dem Hartz-IV-Gesetz, 2400 das Arbeitslosengeld I.

Auf Nachfrage gab die BA gestern für Potsdam erstmals auch die Zahl der Arbeitsuchenden heraus, bei der auch die Personen berücksichtigt werden, die etwa wegen laufender Ein-Euro-Jobs oder Bildungsmaßnahmen nicht als Arbeitslose geführt werden: Mit 14 780 erreicht die Zahl der Arbeitsuchenden fast das Doppelte der Personen, die als arbeitslos registriert sind.

Quelle: Text MAZ vom 01.08.2007 

Amtliche Lügenstatistik

Genau deshalb wurde die Größenordnung der amtlich "versteckten" Arbeitslosigkeit bislang nicht publiziert (und den meisten Mainstreammedien war es auch egal). Was viele immer schon wussten oder auch nur angenommen haben, ist somit bestätigt. Die tatsächlichen Zahlen sind seit Jahren in erheblichem Umfang geschönt. Die tatsächliche Arbeitslosigkeit ist jenseits der Statisken nämlich seit vielen Jahren mindestens doppelt so hoch, wie ausgewiesen.


Auszug aus BA-Presseinfo Nr. 54: Die Entwicklung des Arbeits- und Ausbildungsmarktes im Juli 2007

Die Zunahme der nicht saisonbereinigten Arbeitslosenzahl im Juli ist jahreszeitlich bedingt (Sommerpause). Sie beruht vor allem darauf, dass sich in diesem Monat viele Jugendliche nach Abschluss schulischer und betrieblicher Ausbildungen arbeitslos melden. Deshalb steigt in dieser Zeit die Arbeitslosigkeit Jüngerer besonders stark an, nimmt dann aber im September und Oktober wieder deutlich ab. Darüber hinaus wird im Juli die Arbeitslosigkeit durch urlaubs- und quartalsbedingte Beendigungen von Arbeitsverhältnissen belastet, denen nicht entsprechend viele Arbeitsaufnahmen von Arbeitslosen gegenüber stehen. Dauerhafte Einstellungen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung werden oft bis nach den Ferien aufgeschoben. Außerdem verringert sich in den Sommermonaten ferienbedingt die Entlastungswirkung durch berufliche Qualifizierungen.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im Juni saisonbereinigt um 41.000 gestiegen. Nach hochgerechneten Daten der BA, die bis Mai reichen, hat auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung saisonbereinigt um 33.000 zugenommen. Nicht saisonbereinigt ist die Erwerbstätigkeit von Mai auf Juni um 142.000 auf 39,79 Millionen gestiegen. Gegenüber dem Vorjahr nahm sie um 636.000 zu. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im Mai nach der Hochrechnung der BA bei 26,86 Millionen. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Zuwachs um 561.000. Dabei entfällt deutlich mehr als die Hälfte des Anstiegs auf Vollzeitstellen.

Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte saisonbereinigte Erwerbslosenzahl belief sich in Deutschland für den Juni auf 2,65 Millionen, die saisonbereinigte Erwerbslosenquote auf 6,3 Prozent.

Arbeitslosenstatistik Berlin/Brandenburg Juni 2007 (Quelle: MAZ)

Arbeitslosenstatistik Juni 2007:

3,687 Millionen ohne Arbeit

Die MAZ vermeldet dazu am 29.06.2007:

NÜRNBERG Durch die gute Konjunktur ist die Arbeitslosenzahl auf den niedrigsten Stand seit sechseinhalb Jahren gefallen. 3,687 Millionen Menschen waren im Juni arbeitslos gemeldet. Das waren 125 000 weniger als im Mai und 712 000 weniger als vor einem Jahr. "Die Nachfrage nach Mitarbeitern ist weiter gestiegen", sagte der Chef der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg, Frank-Jürgen Weise. Die Arbeitslosenquote sank auf 8,8 Prozent. Im Vorjahr waren es noch 10,5 Prozent gewesen. In Brandenburg ging die Arbeitslosenquote um zwei Punkte auf 14,5 Prozent zurück. Von dem Aufschwung profitierten besonders jüngere, aber auch ältere Arbeitslose. Mit einem Plus von 4,2 Prozent verbuchte Brandenburg zudem deutschlandweit den höchsten Zuwachs an sozialversicherungspflichtigen Stellen. as

Quelle: Text und Grafik MAZ vom 29.06.2007 

MAZ-TAGESTHEMA Das kleine Wunder von Potsdam-Mittelmark

Der Kreis erreicht mit einer Arbeitslosenquote von 8,9 Prozent fast den Bundesschnitt / Technologiefirmen bringen Jobs
POTSDAM Es ist fast schon eine Sensation auf dem Brandenburger Arbeitsmarkt: Im Landkreis Potsdam-Mittelmark lag die Arbeitslosenquote im Juni nur noch bei 8,9 Prozent – und damit fast auf dem bundesweiten Schnitt von 8,8 Prozent. "Ich bin hocherfreut und stolz", sagte gestern der Erste Beigeordnete des Landkreises, Christian Stein. In ganz Ostdeutschland liegt der Kreis ziemlich weit vorne, wie die Sprecherin der Arbeitsagentur Potsdam, Isabel Wolling, flugs ermittelte. Nur die thüringischen Kreise Sonneberg und Hildburghausen waren noch ein bisschen besser. Potsdam-Mittelmark profitiere von seiner Nähe zu Berlin und Potsdam, sagte Wolling. Dort sitzen auch eine Reihe großer und beschäftigungsintensiver Firmen, wie das Auktionshaus Ebay in Kleinmachnow und die Biotechnologiefirmen und Call-Center in Teltow und Stahnsdorf. Nicht zu vergessen aber auch die Landwirtschaft und der Tourismus – laut Wolling mit ein Grund dafür, dass Potsdam-Mittelmark im Sommer oft bei der Arbeitslosenstatistik gegenüber der Stadt Potsdam die Nase vorn hat.

Lokalpatriotisch begeistert reagierte SPD-Fraktionschef Günter Baaske, der in Lütte bei Belzig zu Hause ist: "Die Mittelmärker packen gut an und bauen aus ihren Möglichkeiten ideenreich etwas auf." Der Geschäftsführer der Mittelmärkischen Arbeitsgemeinschaft zur Integration in Arbeit, Bernd Schade, zeigte sich besonders erfreut, dass nunmehr auch viele Langzeitarbeitslose wieder in Beschäftigung kommen, an denen der Aufschwung bislang weitgehend vorüberging. Im Landkreis waren im Juni 6260 Hartz IV-Empfänger arbeitslos gemeldet, zehn Prozent weniger als im April. Auch landesweit gab es Bewegung, wo die Zahl der Arbeitslosengeld II-Empfänger mit 138 000 um 6,3 Prozent unter dem Vorjahr lag. Insgesamt waren 195 700 Märker ohne Arbeit, 23 700 weniger als im Vorjahr. "Wir haben einen großen Sprung gemacht", sagte Arbeitsministerin Dagmar Ziegler (SPD). as

Quelle: Text und Grafik MAZ vom 29.06.2007 

Auszug aus BA-Presseinfo Nr. 45: Die Entwicklung des Arbeits- und Ausbildungsmarktes im Juni 2007

„Durch die stabile Konjunktur wächst die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und die Arbeitslosigkeit sinkt deutlich. Die Nachfrage nach Mitarbeitern ist weiter gestiegen“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-J. Weise.

  • Arbeitslosenzahl im Juni: -125.000 auf 3.687.000
  • Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -712.000
  • Arbeitslosenquote im Juni: -0,3 Prozentpunkte auf 8,8 Prozent

Die Zahl der Arbeitslosen hat von Mai auf Juni im Zuge der Frühjahrsbelebung um 125.000 auf 3.687.000 abgenommen (West: 76.000 auf 2.427.000; Ost: -49.000 auf 1.260.000). Der Rückgang war stärker als im Durchschnitt der letzten drei Jahre ( 101.000). Saisonbereinigt errechnet sich ein Rückgang der Arbeitslosigkeit um 37.000. Nachdem die Abnahmen in letzten beiden Monaten wegen der geringeren Winterarbeitslosigkeit etwas schwächer ausgefallen waren, hat sich der Abbau im Juni wieder verstärkt. Gegenüber Vorjahr gab es 712.000 Arbeitslose weniger. Die günstige Entwicklung liegt vor allem am konjunkturell bedingten Aufbau sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Daneben spielen aber auch die Entlastung durch ein rückläufiges Arbeitskräfteangebot sowie die Professionalisierung der Arbeit der Job-Center eine Rolle.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im Mai saisonbereinigt um 8.000 gestiegen. Nach hochgerechneten Daten der BA, die bis April reichen, hat auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung saisonbereinigt um 32.000 zugenommen. Nicht saisonbereinigt ist die Erwerbstätigkeit von April auf Mai um 181.000 auf 39,46 Millionen gestiegen. Gegenüber dem Vorjahr nahm sie um 458.000 zu. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im April nach der Hochrechnung der BA bei 26,71 Millionen. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Zuwachs um 599.000. Dabei entfällt deutlich mehr als die Hälfte des Anstiegs auf Vollzeitstellen.

Arbeitslosenstatistik Berlin/Brandenburg Mai 2007 (Quelle: MAZ)

Arbeitslosenstatistik Mai 2007:

3,806 Millionen ohne Arbeit

Die MAZ vermeldet dazu am 01.06.2007:

Arbeitlosenquote niedrig wie 1996 - Agentur meldet für Mai 15,3 Prozent
Selbst alte Arbeitsamt-Hasen trauten ihren Augen kaum, als der Computer die Zahlen für den Monat Mai ausspuckte. Rolf Usbeck, der die Arbeitsagentur in Brandenburg leitet, sprach gestern von einem "phänomenalen Sprung" der Arbeitslosenquote in der Stadt und den umliegenden Gemeinden.
Gesprungen ist die amtliche Zahl nach unten, die Quote lag im Monat Mai bei 15,3 Prozent im Zuständigkeitsgebiet der hiesigen Behörde. Das sind anderthalb Prozent weniger als noch im April und 2,4 Prozent weniger als vor einem Jahr. Seit die Behörde für Brandenburg und Umgebung eine Quote ausweist, war sie noch nie so gering wie im vergangenen Monat.
9434 Frauen und Männer waren in der Stadt und den Umlandgemeinden arbeitslos gemeldet. Das sind immer noch sehr viele, aber immerhin seit September 1996 hat die Arbeitsagentur keine geringere Zahl an arbeitslosen Menschen mehr registriert. "Damals existierten aber noch mehr Auffanggesellschaften", berichtet Teamleiter Marko Naue.
Der Agenturchef nennt mehrere Gründe für die gesunkene Arbeitslosenquote. Nach seinem Eindruck trennen sich Unternehmen nicht mehr so leichtfertig von Facharbeitern und anderen guten Leuten wie in der Vergangenheit. Usbeck: "Es lässt deutlich nach, dass Betriebe für kurze Zeit einmal arbeitslos werden lassen und sie bei nächster Gelegenheit wieder abrufen." Auffällig sei, dass die Agentur im gerade vergangenen Monat weniger Arbeitslosenmeldungen erhalten habe als zuvor.
Das normale Vermittlungsgeschäft sei im Mai zwar konstant gewesen. Doch einige Arbeitslose hätten Jobs in der Saisonarbeit auf den Feldern gefunden. Der Agenturleiter sprach von knapp 60 Saisonarbeitsvermittlungen.

Auch ein statistischer Effekt ist offenbar verantwortlich für die verhältnismäßig niedrige Mai-Quote. Zu dem einmal pro Jahr erhobenen Behördenstichtag im April seien diesmal etwa 2000 erwerbstätige Bürger mehr registriert worden als vor einem Jahr. Dadurch sinke der Anteil derjenigen, die keine Arbeit haben.
Auch in der Stadt selbst haben sich die beschriebenen Effekte bemerkbar gemacht. 6620 Bürger der Stadt waren im Mai arbeitslos gemeldet, das waren fast 400 weniger als im Monat April. Die Arbeitslosenquote für die Stadt gab Rolf Usbeck gestern mit 17,2 Prozent an. Das bedeutet einen Rückgang um 1,7 Prozent.
Der Arbeitsagentur waren im Mai 347 unbesetzte Stellen bekannt. Viele von ihnen können Brandenburger Arbeitslose jedoch laut Usbeck nicht besetzen, weil ihnen die geforderten Qualifikationen fehlen, gerade im Metallbereich. jl

Quelle: Text und Grafik MAZ vom 01.06.2007 

sowie als Tagesthema in der MAZ vom 01.06.07:

MAZ-TAGESTHEMA Niedrigste Mai-Arbeitslosigkeit in Brandenburg seit elf Jahren

Seit Frühjahr 2006 entstanden 30 000 neue Jobs / DGB kritisiert Boom von Zeitarbeit und unsicheren Beschäftigungsverhältnissen

POTSDAM Der Mai erwies sich für den Brandenburger Arbeitsmarkt als Wonnemonat. Es wurden 202 000 Arbeitslose registriert, knapp 8000 weniger als im April. Das ist der niedrigste Mai-Wert seit elf Jahren. Die Arbeitslosenquote ging um 0,8 Prozentpunkte auf 15 Prozent zurück.
"Der wirtschaftliche Aufschwung gewinnt an Fahrt und alle Zielgruppen des Arbeitsmarktes profitieren davon", freute sich Arbeitsministerin Dagmar Ziegler (SPD). Besonders erfreulich sei der Zuwachs an sozialversicherungspflichtigen Jobs. Hier nehme Brandenburg den Spitzenplatz in Deutschland ein.
Die Zahl sozialversicherungspflichtiger Jobs stieg gegenüber dem Vorjahr um 30 000 auf 711 000. Das ist ein Plus von 4,1 Prozent, gegenüber 2,4 Prozent im Bundesdurchschnitt. Viele Jobangebote gebe es vor allem im Baugewerbe sowie in Pflege- und Gesundheitsberufen, so Olaf Möller, Sprecher der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit. Auch der Boom der Zeitarbeit setze sich fort. Innerhalb eines Jahres wuchs die Branche um 11,8 Prozent und bietet 83 000 Stellen in Brandenburg. Bei einem dauerhaften Aufschwung würden aber viele Zeitarbeitsjobs in feste Arbeitsplätze umgewandelt, so Möller.
Christian Görke, Arbeitsmarktexperte der Linkspartei-PDS, bezweifelt das. Zeitarbeit werde immer mehr zur Regel. Drei Viertel der Zeitarbeiter erhielten aber einen geringeren Lohn als Stammkräfte. Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund Berlin-Brandenburg kritisiert den Boom der Zeitarbeit. "Es kommt nicht nur auf die Zahl der Jobs, sondern auf deren Qualität an", so Sprecher Dieter Pienkny. Von 2000 bis 2005 seien 100 000 feste Stellen im Land abgebaut worden. Der aktuelle Anstieg könne das nicht wettmachen.
Die Bundesagentur für Arbeit gab einen Fehler in der Statistik zu. Ein Datensatz war im Januar nicht berücksichtigt worden. Dadurch wurde die Arbeitslosigkeit bundesweit um etwa 40 000 Menschen zu niedrig ausgewiesen. net

Quelle: Text MAZ vom 01.06.2007 

Aus der Pressemitteilung Nr. 37 der Bundesagentur für Arbeit vom 31. Mai 2007:

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im April saisonbereinigt um 13.000 gestiegen. Nach hochgerechneten Daten der BA, die bis März reichen, hat auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung saisonbereinigt um 34.000 zugenommen. Nicht saisonbereinigt ist die Erwerbstätigkeit von März auf April um 170.000 auf 39,28 Millionen gestiegen. Gegenüber dem Vorjahr nahm sie um 539.000 zu. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im März nach der Hochrechnung der BA bei 26,56 Millionen. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Zuwachs um 618.000. Dabei entfallen deutlich mehr als die Hälfte des Anstiegs auf Vollzeitstellen. Außerdem gab es einen Anstieg bei den Selbständigen.

Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosenzahl belief sich in Deutschland für den April auf 2,77 Millionen, die Erwerbslosenquote auf 6,6 Prozent.

Arbeitslosenstatistik Berlin/Brandenburg April 2007 (Quelle: MAZ)

Arbeitslosenstatistik April 2007:

3,967 Millionen ohne Arbeit

Die MAZ vermeldet dazu am 03.05.2007:

NÜRNBERG/BERLIN Die Konjunkturbelebung hat offenbar endgültig auch den Arbeitsmarkt erreicht. Im April waren 3,967 Millionen Menschen ohne Arbeit, 141 000 weniger als noch im März. Dies sei der niedrigste Stand seit Oktober 2002, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) gestern in Nürnberg mit. Die Arbeitslosenquote sank von 9,8 auf 9,5 Prozent. "Das Beschäftigungswachstum setzt sich fort", freute sich BA-Chef Frank-Jürgen Weise. Die Zahl der freien Stellen sei binnen eines Jahres um fast ein Fünftel auf nun 651 000 gestiegen.

Allerdings hätten nur 21 000 Hartz-IV-Empfänger einen neuen Job gefunden, räumte BA-Vorstand Heinrich Alt ein: "Der Aufschwung baut die Langzeitarbeitslosigkeit noch nicht so gut ab wie erhofft."

In Brandenburg wurden 210 000 Erwerbslose gezählt, 7400 weniger als im März, wie die BA-Regionaldirektion mitteilte. Die Arbeitslosenquote betrug 15,8 Prozent, 0,5 Prozentpunkte weniger als im März und 2,3 Punkte weniger als im April 2006. "Die Verbesserung der Arbeitsvermittlung, ein Kernstück der Arbeitsmarktreform, zeigt zunehmend mehr Erfolg", sagte Arbeitsministerin Dagmar Ziegler (SPD). Die Zahl der Langzeitarbeitslosen stieg jedoch.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund kritisierte eine "trügerische Entwicklung". Die Arbeitslosenquote in Brandenburg sei fast doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt und etwa 100.000 Menschen in der Region seien in Fortbildungen oder Ein-Euro-Jobs abgeschoben worden. MAZ

Quelle: Text und Grafik MAZ vom 03.05.2007 

In der gleichen MAZ-Ausgabe schreibt Antje Schroeder dazu:

Gute Bilanz mit Schattenseiten

Langzeitarbeitslosigkeit bleibt in Brandenburg ein Dauerproblem
POTSDAM So gute Nachrichten konnten die Arbeitsmarktexperten in Brandenburg lange nicht mehr verkünden. Die Zahl der Arbeitslosen ist im Vorjahresvergleich um 13,5 Prozent auf 210 000 zurückgegangen. Das war der tiefste Aprilwert seit elf Jahren. Zudem kann das Land mit einem Plus von vier Prozent auch den höchsten Beschäftigungszuwachs im Bundesschnitt vorweisen. Nach den letzten verfügbaren Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) hatten im Januar 707 000 Brandenburger eine sozialversicherungspflichtige Arbeit, 27 100 mehr als im Vorjahr. "Wir sind einen großen Schritt vorangekommen", sagte die märkische Arbeitsministerin Dagmar Ziegler (SPD).

Angesichts der guten Bilanz häuften sich gestern die Stimmen, die darin bereits Erfolge der Hartz IV-Arbeitsmarktreformen sehen. "Es gibt erste Hinweise, dass die Beschäftigungsschwelle sinkt", sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in Berlin, Klaus Zimmermann, der "Berliner Zeitung". Die Konjunktur löse einen kräftigeren Aufschwung am Arbeitsmarkt aus als in früheren Jahren. Auch Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) und seine Brandenburger Kollegin Ziegler lobten die bessere Vermittlung. Vor allem gerade erst arbeitslos gewordene Menschen kommen in Brandenburg wieder schneller in den Job zurück als vorher: Die Zahl der Arbeitslosengeld-I-Empfänger lag laut Ziegler im April um 8,9 Prozent unter dem Vormonat und sogar um 22,6 Prozent unter dem Wert von April 2006.

Doch umstritten blieb gestern, inwieweit die Reformen auch für langzeitarbeitslose Hartz IV-Empfänger etwas bringen. Die Bundesagentur für Arbeit führt den Rückgang der Arbeitslosigkeit zwar auch auf die professionellere Betreuung der Langzeitlangzeitarbeitslosen zurück, zugleich forderte der BA-Chef Frank-Jürgen Weise aber von der Politik Lösungen für Langzeitarbeitslose. Er hätte sich von Müntefering Aussagen dazu erhofft, sagte Weise in Nürnberg. Ziegler beklagte die schlechte Entwicklung bei den Langzeitarbeitslosen in Brandenburg, deren Anteil sich erhöht habe. Mittlerweile sind laut Ziegler 60 300 Brandenburger seit zwei Jahren oder länger ohne Job.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund warnte denn auch vor zu viel Selbstzufriedenheit. Die Qualität und Nachhaltigkeit arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen gehöre auf den Prüfstand, sagte die stellvertretende Landesvorsitzende Doro Zinke. Die BA dürfe nicht an der Weiterbildung sparen. Es sei fragwürdig, dass die so genannten Ein-Euro-Jobs bereits einen Anteil von 40 Prozent an den arbeitsmarktpolitischen Instrumenten besäßen.

Die Linkspartei-PDS bemängelte die ständige Zunahme schlecht bezahlter und unsicherer Beschäftigungsverhältnisse. Brandenburg habe eine hohe Zahl von 26 000 so genannten Aufstockern, deren Arbeitseinkommen nicht ausreiche, um davon ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, sagte der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Fraktion, Christian Görke.

Quelle: Text und Grafik MAZ vom 03.05.2007 

Aus der Pressemitteilung der Bundesagentur für Arbeit vom 2. Mai 2007:

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im März saisonbereinigt um 52.000 gestiegen. Nach hochgerechneten Daten der BA, die bis Februar reichen, hat auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung saisonbereinigt um 56.000 zugenommen. Nicht saisonbereinigt ist die Erwerbstätigkeit von Februar auf März um 143.000 auf 39,11 Millionen gestiegen. Gegenüber dem Vorjahr nahm die Zahl der Erwerbstätigen um 601.000 zu. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im Februar nach der Hochrechnung der BA bei 26,47 Millionen. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Zuwachs um 650.000. Dabei entfallen deutlich mehr als die Hälfte des Anstiegs auf Vollzeitstellen. Außerdem gab es einen Anstieg bei den Selbständigen.

Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosenzahl belief sich in Deutschland für den März auf 3,03 Millionen, die Erwerbslosenquote auf 7,2 Prozent.

Anmerkung:

Dann bliebe nur noch zu klären, wie sich die Zahlendifferenzen von 3,967 Millionen (offiziellen) Arbeitslosen zu rund 6,5 Millionen Empfängern von ALG I und ALG II erklären, in denen immerhin 40% Ein-Euro-Jobber, sogenannte Kombi-Löhner und ALG II - Aufstocker, weiterhin Weiterzubildende und in sonstigen Maßnahmen befindliche Menschen versteckt werden. Wie unterschiedlich die Zahlen sein können je nach abgelegter Messlatte zeigen ja auch die ILO-Zahlen, die auf einer anderen Grundlage ermittelt werden. Da könnte Deutschland "schwupps" nur noch 3 Millionen Arbeitslose haben.

Wie sich Frau Ministerin Ziegler und andere Politiker mitsamt den von der Wirtschaft finanzierten Instituten da auf auf politische Erfolge durch Reformen und bessere Vermittlung berufen können, bleibt wohl ihr persönliches Geheimnis.

Arbeitslosenstatistik Berlin/Brandenburg März 2007 (Quelle: MAZ)

Arbeitslosenstatistik März 2007:

4,108 Millionen ohne Arbeit

Die MAZ vermeldet dazu am 30.03.2007:

NÜRNBERG Der Konjunkturaufschwung hat den Arbeitsmarkt im März überraschend stark belebt. Die Arbeitslosenquote sank um 0,3 Punkte auf 9,8 Prozent. Laut der Bundesagentur für Arbeit (BA) waren 4,1 Millionen Menschen ohne Arbeit, 114 000 weniger als im Februar und 869 000 weniger als vor einem Jahr. Damit sind die Zahlen so gut wie seit 2001 nicht mehr. Erfreulich sei, dass die Erwerbslosigkeit im Osten prozentual genauso stark zurückgegangen sei wie im Westen, sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. Langzeitarbeitslose hätten allerdings bisher kaum profitiert. Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) sprach von der Chance, in eine "langwährende Positiv-Spirale von Prosperität und Beschäftigung zu kommen". In Brandenburg sank die Arbeitslosenquote um 0,4 Punkte auf 16,3 Prozent. net

In der gleichen MAZ-Ausgabe ist in einem anderen Artikel zu lesen: Der starke Rückgang im März sei besonders bemerkenswert, weil das Ausgangsniveau im Februar dank des milden Winters schon niedrig war, sagte Olaf Möller, Sprecher der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Jobs sei um 2,3 Prozent auf 715 000 gestiegen. In der Industrie gab es 6000 Stellen mehr. "Auch Zeitarbeit ist mit einem Plus von 6000 Stellen ein großes Thema", so Möller. Deren Boom wird indes von der Linkspartei-PDS scharf kritisiert. "Im Zeitarbeitssektor werden bis zu 50 Prozent niedrigere Löhne gezahlt", sagt der arbeitsmarktpolitische Sprecher der PDS, Christian Görke. Was ursprünglich zum Ausgleich von Auftragsspitzen gedacht war, werde immer mehr zum Regelfall.

Quelle: Text und Grafik MAZ vom 30.03.2007 

Aus der BA-Presseinfo Nr. 23: Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im März 2007

„Getragen von der guten Konjunktur fiel die Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt kräftig aus. Die Arbeitslosigkeit ist zurückgegangen, das Beschäftigungswachstum gewann nochmals an Fahrt und die Kräftenachfrage bleibt hoch“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-J. Weise.

  • Arbeitslosenzahl im März: -114.000 auf 4.108.000
  • Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -869.000
  • Arbeitslosenquote im März: -0,3 Prozentpunkte auf 9,8 Prozent

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im Februar saisonbereinigt um 30.000 gestiegen. Nach hochgerechneten Daten der BA, die bis Januar reichen, hat auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung saisonbereinigt um 109.000 zugenommen. Nicht saisonbereinigt ist die Erwerbstätigkeit von Januar auf Februar um 26.000 auf 38,96 Millionen gestiegen. Gegenüber dem Vorjahr gab es einen Zuwachs der Erwerbstätigkeit um 571.000. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im Januar nach der Hochrechnung der BA bei 26,46 Millionen. Gegenüber dem Vorjahr war das ein Zuwachs von 624.000. Dabei entfallen deutlich mehr als die Hälfte des Anstiegs auf Vollzeitstellen. Außerdem gab es einen Anstieg bei den Selbständigen. Dagegen hat sich die Zahl der ausschließlich geringfügig Beschäftigten nach den ersten Hochrechnungen der BA verringert, was möglicherweise auf die Anhebung der Pauschbeträge für Minijobs ab Juli 2006 zurückzuführen ist.

Arbeitslosenstatistik Berlin/Brandenburg Februar 2007 (Quelle: MAZ)

Arbeitslosenstatistik Februar 2007:

4,222 Millionen ohne Arbeit

Die MAZ vermeldet dazu am 01.03.2007:

Der märkische Arbeitsmarkt bleibt hinter dem Ost-Schnitt zurück

Vergleichsweise geringe Belebung: Zwei Drittel der Erwerbslosen seit längerem ohne Job

POTSDAM Die aktuellen Arbeitsmarktzahlen haben in Brandenburg nur zu verhaltenem Jubel geführt. SPD-Fraktionschef Günter Baaske sprach von einem "Hoffnungsschimmer". "Nichts ist so gut, dass es nicht noch besser werden könnte." Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Linkspartei-PDS, Christian Görke, hob die strukturellen Probleme auf dem märkischen Arbeitsmarkt hervor. Besorgniserregend sei der hohe Anteil geringqualifizierter Jugendlicher an den Arbeitslosen. Auch Arbeitsministerin Dagmar Ziegler (SPD) betonte die Notwendigkeit einer aktiven Arbeitsmarkt- und Qualifizierungspolitik.

Während in fast allen Bundesländern die Arbeitslosigkeit im Februar zurückging, verzeichnete Brandenburg sogar einen leichten Anstieg. Die Zahl der Arbeitslosen kletterte gegenüber Januar um 1200 auf 222 000, die Quote stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 16,7 Prozent an. Immerhin waren das 2,5 Punkte weniger als im Vorjahr.

Im Februar gab es im Land 15 200 offene Stellenangebote, 1100 mehr als im Vorjahr. Davon waren 7900 ungefördert, also Stellenausschreibungen von Unternehmen und Verwaltungen. Allerdings entstehen in Brandenburg weniger schnell neue Stellen als anderswo. Im November 2006 lag die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Brandenburg mit 723 700 nur um 1,4 Prozent über dem Vorjahr. In Ostdeutschland war die Zahl dagegen um 1,6 Prozent gestiegen, in Berlin sogar um 2,1 Prozent. Neue Jobs gab es in Brandenburg vor allem in der Zeitarbeit, in der Industrie und im Gesundheitswesen.

Sorgen bereitet den märkischen Arbeitsmarktpolitikern auch die immer noch hohe Zahl an Langzeitarbeitslosen. 64 Prozent der Erwerbslosen waren Hartz-IV-Empfänger, deren Zahl gegenüber Januar um 1,4 Prozent gestiegen war. SPD und CDU wollen deshalb verstärkt Beschäftigungsmaßnahmen für Arbeitslose schaffen, die von der Belebung am ersten Arbeitsmarkt nicht profitieren. as

Quelle: Text und Grafik MAZ vom 01.03.2007 

Aus der BA-Presseinfo Nr. 16: Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Februar 2007

„Die gute Arbeitsmarktentwicklung der letzten Monate hält an. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gewinnt weiter an Fahrt, Unternehmen bieten nach wie vor viele Stellen an und die Zahl der Arbeitslosen ist im Februar gesunken“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-J. Weise.

  • Arbeitslosenzahl im Februar: -24.000 auf 4.222.000
  • Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -826.000
  • Arbeitslosenquote im Februar: -0,1 Prozentpunkte auf 10,1 Prozent

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Februar um 24.000 auf 4.222.000 gesunken (West: 24.000 auf 2.782.000; Ost: -800 auf 1.440.000). In diesem Monat ist eigentlich eine Zunahme üblich, in den letzten drei Jahren (ohne 2005) waren es monatsdurchschnittlich +55.000. Eine Abnahme gab es zuletzt im Februar 2000 mit damals -16.000. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Arbeitslosigkeit um 826.000 verringert. Die Abnahme ist vor allem vom konjunkturell bedingten Aufbau sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung verursacht. Außerdem haben das vergleichsweise milde Wetter und das Saison-Kurzarbeitergeld eine Rolle gespielt. Das Saison-Kurzarbeitergeld ermöglicht Baubetrieben Entlassungen in den Wintermonaten zu vermeiden und flexibler zu reagieren.

Ein Teil der Abnahme der Arbeitslosigkeit beruht auf der intensiveren Betreuung von Arbeitslosen sowie der systematischen Überprüfung des Arbeitslosenstatus, im Februar unterstützt durch einen stärkeren Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente im Rechtskreis SGB II. Außerdem wird der Arbeitsmarkt durch ein rückläufiges Arbeitskräfteangebot entlastet. Die systematische Überprüfung des Arbeitslosenstatus und das abnehmende Kräfteangebot erklären, warum die Arbeitslosigkeit stärker ab- als die Beschäftigung zunimmt.

Quelle: BA-Presseinfo Nr. 16 vom 28.02.2007 

Im Klartext: Man hat hat den Menschen die Leistung gestrichen und möglicherweise auch Karteileichen bereinigt. Mit der "Verringerung des Kräfteangebotes" und "stärkeren Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente" sind dann wohl die Menschen gemeint, die trotz Arbeitslosigkeit keine Leistungen mehr erhalten, "sanktioniert" oder in EEJ gedrückt wurden und damit aus der Statistik fallen!

Rechnen wir dann noch die immensen Zahlen von demnächst "an den Arbeitsmarkt zurückzugebenden" Menschen bei Telekom & Co., Airbus, Bayer-Schering, dem angestrebten weiteren Export von meist rechtswidrig arbeitenden CallCentern nach Polen und Russland, so wird das alles noch viel schlimmer werden.
Zur Erinnerung: Im Oktober 2006 zählte die Statistik "nur" 3,995 Millionen ohne Arbeit (da waren sicher noch mehr Ein-Euro-Jobber aktiv), die diese Werte künstlich gedrückt haben. Was wirklich zählt, ist ausschliesslich eine Zunahme sozialversicherungspflichtiger Jobs mit einer hoffentlich fairen Entlohnung.

Arbeitslosenstatistik Berlin/Brandenburg Januar 2007 (Quelle: MAZ)

Arbeitslosenstatistik Januar 2007:

4,247 Millionen ohne Arbeit

Interessant ist, das plötzlich in den Medien nur noch die Verschiebungen, aber keine Gesamtzahlen erscheinen - es darf selbst gesucht werden. Dafür wird der beste Januar seit 10 Jahren bejubelt.

Ulrich Nettelstroh vermeldet in der MAZ vom 01.02.2007:

Der beste Januar seit 1999

POTSDAM Der positive Trend auf dem Brandenburger Arbeitsmarkt hielt auch im Januar an. Zwar stieg die Zahl der Arbeitslosen um 15 530 auf 220 903. Dies jedoch ist der niedrigste Januarwert seit dem Jahr 1999. Die Arbeitslosenquote lag bei 16,6 Prozent gegenüber 18,8 Prozent im Vorjahr – damals waren mehr als 250 000 Menschen ohne Job. "Sicher hat auch der milde Winter einen großen Anteil", räumt Olaf Möller ein, Sprecher der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit.

Entscheidend seien aber die konjunkturellen Impulse, ablesbar in einer weiteren Zunahme sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung um rund 10 000 Stellen. Ein Großteil davon entfällt allerdings auf die Zeitarbeit mit einem Plus von 6500 Stellen. Möglicherweise ist das ein Anzeichen dafür, dass manche Unternehmen dem Aufschwung noch nicht ganz trauen.

Quelle: Text und Grafik MAZ vom 01.02.2007 

Der rbb berichtet dazu am 31.01.2007: Ende Januar waren in Berlin 278.927 Menschen arbeitslos gemeldet, in Brandenburg 220.903.

Das ist in beiden Ländern ein Anstieg gegenüber dem Dezember. Er war jedoch geringer als sonst zu dieser Jahreszeit üblich, teilte die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit mit.

In Berlin stieg die Zahl der Arbeitslosen um 9466, in Brandenburg um 15.530. Innerhalb eines Jahres verringerte sich jedoch die Arbeitslosenquote in Berlin von 18,6 Prozent auf 16, 6 Prozent. In Brandenburg sank sie von 18,8 Prozent auf 16,6 Prozent.

In der ganzen Region Berlin-Brandenburg verzeichneten die Arbeitsagenturen die niedrigste Arbeitslosenzahl im Januar seit zehn Jahren. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag Ende Oktober 2006 bei 723.800. Das waren 9875 mehr als im Vorjahr.

Und die lieben Politiker feiern das zum Teil als "Erfolg der Arbeitsmarktreform" (welche das wohl sein könnte?).

Auch spannend: In der BA-Presseinfo Nr. 12: "Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Januar 2007" steht unter anderem geschrieben:
Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosenzahl belief sich in Deutschland für den Dezember auf 2,87 Millionen, die Erwerbslosenquote auf 6,8 Prozent.

Dürfen wir demnächst auch von der Arbeitsagentur solche niedrig gerechneten Zahlen erwarten? Frei nach dem Motto: Traue keiner Statistik, die Du nicht selber erstellt hast.

Arbeitslosenstatistik Dezember 2006:

4,008 Millionen ohne Arbeit

Interessant ist, das in der Presse die Gesamtzahlen verschämt verschwiegen werden. Die Arbeitsagentur berichtet in der Presseinfo Nr. 1/2007:

Die Zahl der Arbeitslosen hat sich im Dezember um 12.000 auf 4.008.000 erhöht (West: 2.000 auf 2.670.000; Ost +15.000 auf 1.337.000). Diese Zunahme war deutlich schwächer als vor einem Jahr. Saisonbereinigt errechnet sich ein beträchtlicher Rückgang der Arbeitslosigkeit um 108.000. Allerdings kann das Saisonbereinigungsverfahren die Vorverlegung der Zähltage auf die Monatsmitte noch nicht ausreichend berücksichtigen; deshalb ist die Abnahme wohl etwas überzeichnet. Gegenüber dem Vorjahr gab es 597.000 Arbeitslose weniger. Die günstige Entwicklung der Arbeitslosigkeit beruht vor allem auf dem konjunkturell bedingten Aufbau sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Darüber hinaus sind auch das vergleichsweise milde Wetter und die wegen der Mehrwertsteuererhöhung vorgezogenen Arbeiten in Bau- und baunahen Bereichen von Einfluss gewesen. Vor allem im Rechtskreis des SGB II ist der Rückgang auch durch die professionellere Arbeit bei der Betreuung und Klärung des Arbeitslosenstatus der Arbeitslosengeld II-Bezieher beeinflusst.

Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, belief sich im Jahresdurchschnitt 2006 auf 10,8 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr sank sie um 0,9 Prozentpunkte. In Ostdeutschland war sie mit 17,3 Prozent nach wie vor deutlich größer als in Westdeutschland mit 9,1 Prozent.

Im Rahmen der Nachvermittlungsaktion auf dem Ausbildungsmarkt hat sich die Zahl der Ende September noch unvermittelten Bewerber für Ausbildungsplätze bisher um 29.100 auf 20.400 verringert. Mehr als die Hälfte der versorgten Jugendlichen (16.700) fand eine betriebliche oder schulische Ausbildung, einen Studienplatz oder nahm ein anderes Qualifizierungsangebot an. Darüber hinaus gab es noch Bewerber- und Stellenmeldungen für das bereits begonnene Ausbildungsjahr, vor allem weil Ausbildungsverträge wieder gelöst oder Jugendliche die Ausbildung nicht angetreten hatten. Von den neuen Bewerbern waren im Dezember 28.300 noch unversorgt und 7.600 der gemeldeten Lehrstellen waren noch unbesetzt.

Auch sehr interessant: Im Jahr 2006 hat die BA 55,4 Milliarden Euro eingenommen und 44,2 Milliarden Euro ausgegeben. Damit ergibt sich ein Überschuss in Höhe von 11,2 Milliarden Euro. Ursprünglich waren 1,8 Milliarden Euro Überschuss vorgesehen.

Arbeitslosenstatistik Berlin/Brandenburg November 2006 (Quelle: MAZ)

Arbeitslosenstatistik November 2006:

3,995 Millionen ohne Arbeit

Erstmals seit 2002 weniger als vier Millionen Arbeitslose

Die MAZ berichtet: NÜRNBERG/BERLIN Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist erstmals seit vier Jahren wieder unter die Marke von vier Millionen gefallen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg waren im November 3,995 Millionen Menschen ohne Arbeit. Das seien 89 000 weniger als im Oktober und 536 000 weniger als vor einem Jahr gewesen, sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise gestern in Nürnberg. Die Arbeitslosenquote sank gegenüber dem Vormonat von 9,8 auf 9,6 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie noch 10,9 Prozent.

Nach Ansicht Weises geht der Rückgang "in erster Linie" auf die anziehende Konjunktur zurück, durch die zahlreiche neue Jobs entstanden seien. Das ungewöhnlich milde Wetter im November sei ein weiterer Faktor, ebenso die zunehmenden Erfolge der Arbeitsagenturen. Diesen gelinge es mittlerweile deutlich besser, auch Langzeitarbeitslose zu vermitteln, sagte Weise. Auch für das kommende Jahr erwartet der BA-Chef eine positive Entwicklung: "Die Nachfrage an Arbeitskräften ist ungebrochen."

Auch auf dem Arbeitsmarkt in Brandenburg geht es deutlich aufwärts. Wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit mitteilte, waren Ende November 204 343 Märker arbeitslos gemeldet – das sind 12 963 weniger als vor einem Jahr und 2874 weniger als noch Ende Oktober. Die Arbeitslosenquote liegt jetzt bei 15,3 Prozent – vor einem Jahr betrug sie noch 16,2 Prozent.

Arbeitsministerin Dagmar Ziegler (SPD) sprach von einem positiven Signal für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes: "Die Arbeitsmarktreformen greifen. Die Vermittlung geht schneller." Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bezeichnete den bundesweiten Rückgang als sehr erfreulich. "Insbesondere ist der Aufbau zusätzlicher sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze ein ganz wichtiges Signal für Deutschland", ließ sie über Regierungssprecher Ulrich Wilhelm mitteilen – die Zahl dieser Stellen stieg binnen Jahresfrist um 317 000. Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) stimmt vor allem optimistisch, dass sich die Zahl der Hartz IV-Empfänger im Vergleich zum Oktober um 59 000 verringert habe.

Der BA dürfte die Erholung am Arbeitsmarkt einen Rekordüberschuss bescheren. Laut Weise werden zwischen 10,5 und 11,5 Milliarden Euro erwartet. kra/MAZ

Quelle: Text und Grafik MAZ vom 01.12.2006 

Anmerkung: Wie Frau Arbeitsministerin Ziegler darauf kommt, das dieser Fortschritt "am greifen der Reformpolitik" liegt, wird wohl auf ewig ihr persönliches Geheimnis bleiben. Die anderen Politiker haben sich da inzwischen besser im Griff.

Arbeitslosenstatistik Berlin/Brandenburg Oktober 2006 (Quelle: MAZ)

Arbeitslosenstatistik Oktober 2006:

4,085 Millionen ohne Arbeit

In Brandenburg nimmt die Zahl der Industriearbeitsplätze wieder zu

Die MAZ berichtet: NÜRNBERG/BERLIN Im Oktober waren nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) in Deutschland 4,085 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet, 153 000 weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,3 Prozentpunkte auf 9,8 Prozent und unterschritt damit erstmals seit knapp vier Jahren die Zehn-Prozent-Marke.

Den für die Jahreszeit ungewöhnlich starken Rückgang führte BA-Chef Frank-Jürgen Weise auf die gute Konjunktur zurück, von der zunehmend auch Langzeitarbeitslose profitieren könnten. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung stieg deutlich an. Gegenüber dem Vorjahr wurde ein Zuwachs um 258 000 auf 26,6 Millionen Stellen registriert. Der Trend zeige, dass "wir mit den Reformen auf dem richtigen Weg sind", sagte der Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium Kajo Wasserhövel gestern bei einem Besuch in Potsdam der MAZ.

Allerdings könnte BA-Chef Weise zufolge schon 2007 die positive Entwicklung zum Stillstand kommen. Er verwies auf eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der BA, derzufolge die Mehrwertsteuererhöhung zu einem Abbau von Arbeitsplätzen führen werde. Auch FDP-Generalsekretär Dirk Niebel und Claus Matecki vom Vorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) warnten vor einem drohenden Konjunktureinbruch durch die Steuererhöhung.

In Brandenburg waren im Oktober 207 000 Menschen ohne Arbeit, 5500 weniger als im Vormonat und 12 000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote ging um 0,4 Prozentpunkte auf 15,6 Prozent zurück. Das sei der niedrigste Stand seit sechs Jahren, freute sich Brandenburgs Arbeitsministerin Dagmar Ziegler (SPD). Besonders positiv sei, dass die Zahl der Jugendlichen und jungen Erwachsenen ohne Job gegenüber dem Vorjahr um 4,6 Prozent zurückgegangen sei. Ziegler machte dafür vor allem die Ausbildungsbemühungen von Bund und Land verantwortlich.

Die Zahl sozialversicherungspflichtiger Stellen stieg in Brandenburg gegenüber dem Vorjahr um 1,3 Prozent auf 707 000. Als besonders bemerkenswert hob Olaf Möller, Sprecher der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der BA, hervor, dass auch die Zahl der Industriearbeitsplätze um 2700 gestiegen sei. Anders als in Berlin festige sich in der Mark die industrielle Basis. Die positiven Zahlen seien auch Folge der milden Witterung im Oktober, von der die Baubranche profitiert habe. Wesentlich aber sei die gute Konjunktur, so Möller.

Skeptischer zeigen sich die Gewerkschaften. Die guten Zahlen basierten auf einem "Boom bei Leiharbeit und Ein-Euro-Jobs", so Dieter Pienk-ny, Sprecher des Deutschen Gewerkschaftsbundes Berlin-Brandenburg. net. MAZ

Quelle: Text und Grafik MAZ vom 03.11.2006 

Anmerkung: Es liegt wahrlich nicht an der Politik, Personen oder an irgendwelchen Reformen - eher im Gegenteil und trotz dieser Politik, dass es am Arbeitsmarkt ein klein wenig aufwärts geht. Allein zählendes Merkmal von Verbesserungen ist die Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Jobs - alles andere sind die bekannten statistikverbesserden Placebos EEJ- und sonstige Maßnahmen, die zur temporären Streichung aus der Statistik führen.

Warten wir also ab, welche Auswirkungen Mehrwertsteuererhöhung und andere erhöhte Abgaben für den Arbeitsmarkt bedeuten. Dei aktuelllen steuermehreinnahmen (um die sich unsere Regierenden schon herzhaft streiten) wären schon höher, als die geplante Mehrwertsteuererhöhung - auf die also ruhigen Gewissens verzichtet werden könnte. Aber man traut wohl selbst dem Frieden nicht und besteht weiter auf der voraussichtlich vieles wieder abwürgenden Mehrwertsteuererhöhung, um weiter Steuergelder einzusammeln ohne Rücksicht auf Verluste und Kollateralschäden.

Arbeitslosenstatistik Berlin/Brandenburg September 2006 (Quelle: MAZ)

Arbeitslosenstatistik September 2006:

4,238 Millionen Menschen ohne Arbeit

Kräftige Belebung am Arbeitsmarkt

Die MAZ berichtet: NÜRNBERG Die Zahl der Arbeitslosen ist im September nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) gegenüber dem August um 134 000 auf 4,238 Millionen zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote sank auf 10,1 Prozent und lag damit um 1,1 Prozentpunkte unter der des Septembers 2005. Die im Herbst übliche Belebung des Arbeitsmarktes sei in diesem Jahr kräftiger ausgefallen als im Durchschnitt der Vorjahre, sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) hält bereits eine Wende für möglich. Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) sieht Zeichen für einen dauerhaften Aufschwung. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit gebe dem privaten Konsum Auftrieb. In Brandenburg sank die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Monat August um rund 4000 auf knapp 213 000. MAZ

Quelle: Text und Grafik MAZ vom 29.09.2006 
Arbeitslosenstatistik Berlin/Brandenburg August 2006 (Quelle: MAZ)

Arbeitslosenstatistik August 2006:

4,372 Millionen Menschen ohne Arbeit

Im August etwas weniger Arbeitslose

Die MAZ berichtet: NÜRNBERG Die Zahl der Arbeitslosen ist im August nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg (BA) um 14 000 auf 4,372 Millionen zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote blieb damit bei 10,5 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 426 000 Arbeitslose weniger gezählt. Die gute Konjunktur sorge für Rückenwind am Arbeitsmarkt, sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise.

Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) sprach von der Verfestigung eines positiven Trends, den es zu beschleunigen gelte. Auch Claus Matecki vom Deutschen Gewerkschaftsbund sieht positive Effekte am Arbeitsmarkt. Diese würden aber durch die beschlossenen Steuererhöhungen zunichte gemacht. In Brandenburg ging die Zahl der Arbeitslosen im August um 332 auf 216 964 zurück, die Quote blieb bei 16,3 Prozent. MAZ

Quelle: Text und Grafik MAZ vom 01.09.2006 
Arbeitslosenstatistik Berlin/Brandenburg Juli 2006 (Quelle: MAZ)

Arbeitslosenstatistik Juli 2006:

4,386 Millionen Menschen ohne Arbeit

Weniger Arbeitslose im Juli - Üblicher Anstieg blieb aus - Bundesagentur sieht Trendwende

Die MAZ berichtet: NÜRNBERG/BERLIN Entgegen der sonst üblichen Sommerflaute ist die Arbeitslosigkeit im Juli erneut zurückgegangen. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) gestern in Nürnberg mitteilte, waren 4,386 Millionen Menschen ohne Arbeit, 12 000 weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote beträgt 10,5 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr gab es bundesweit 451 000 Arbeitslose weniger.

Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD) bezeichnete die Zahlen als Grund, sich zu freuen. Die Konjunktur und eine intensive Vermittlungspolitik zeigten Wirkung. CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla sprach von einer Trendwende, drängte aber gleichzeitig auf eine "grundlegende Überarbeitung der Arbeitsmarktpolitik" im Herbst.

In Brandenburg sank die Arbeitslosenzahl um 2213 auf 217 296. Die Lage am Ausbildungsmarkt bleibt schwierig. Die BA erwartet eine größere Lehrstellenlücke als im Vorjahr. MAZ

Quelle: Text und Grafik MAZ vom 02.08.2006 

Anmerkung: Wer genau hinschaut, wird sehen, dass sich in einigen brandenburgischen Regionen die Arbeitslosenzahlen weiter erhöht haben, hingegen in anderen Regionen leicht gesenkt haben. Die Verbesserung findet also überwiegend in den alten Bundesländern statt, aber nicht in der brandenburgischen Provinz. Wichtig ist auch zu wissen, das der Stichtag zur Auszählung inzwischen vorverlegt wurde vom Monatsende auf jeweils die Monatsmitte - wohl auch, um noch etliche (noch) in Arbeit befindliche Fußball-WM-Mitarbeiter nicht als frische Arbeitslose mitzählen zu müssen.

Pressestimmen dazu:

  • Richtige Zahlen sind doch ein schöner Erfolg Märkische Oderzeitung in openPR vom 04.08.06
    Frankfurt/Oder (ots) - Die Verringerung der Arbeitslosigkeit im Land Brandenburg um 2000 Betroffene ist auf ein Statistikproblem im Landkreis Oder-Spree zurückzuführen. Das berichtet die "Märkische Oderzeitung" (Sonnabendausgabe). In Oder-Spree waren seit Einführung von Hartz IV die Erwerbslosenzahlen lediglich geschätzt worden, da der Landkreis keine oder keine nachvollziehbaren Zahlen an die Bundesagentur für Arbeit liefern konnte. Das bestätigten Landkreis, Bundesagentur und Arbeitsministerium dem Blatt. Im Juli lieferte der Kreis, der seine Arbeitslosen im so genannten Optionsmodell selbst verwaltet, erstmals statistisch plausible Zahlen. Und diese liegen deutlich unter den Nürnberger Schätzungen. So verschwanden in einem Monat gut 2000 Arbeitslose aus der Statistik von Oder-Spree - fast exakt der Wert, den das gesamte Land als Rückgang der Arbeitslosigkeit meldete.

Arbeitslosenstatistik Berlin/Brandenburg Juni 2006 (Quelle: MAZ)

Arbeitslosenstatistik Juni 2006:

4,397 Millionen ohne Job

Arbeitslosigkeit geht erneut deutlich zurück

Die MAZ berichtet: NÜRNBERG/BERLIN Die Arbeitslosigkeit ist im Juni erneut zurückgegangen. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) gestern in Nürnberg mitteilte, waren 4,397 Millionen Menschen ohne Arbeit, 138 000 weniger als vor einem Monat und 383 000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank von 10,8 auf 10,5 Prozent.

BA-Chef Frank-Jürgen Weise sprach von einer "erfreulichen" Entwicklung, wollte aber noch keine Trendwende sehen. Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) sagte, der Rückgang mache Mut.

In Brandenburg sank die Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Mai um 8425 auf 219 509, die Quote ging von 17,1 auf 16,5 Prozent zurück. Im Juni 2005 waren noch 239 386 Märker ohne Job, die Quote lag bei 17,9 Prozent. ast/MAZ

Quelle: Text und Grafik MAZ vom 30.06.2006 

Arbeitslosenstatistik Berlin/Brandenburg Mai 2006(Quelle: MAZ)

Arbeitslosenstatistik Mai 2006:

4,535 Millionen sind ohne Arbeit

Belebung auf dem Arbeitsmarkt

Die MAZ berichtet: NÜRNBERG Die Arbeitslosigkeit ist im Mai überraschend stark zurück gegangen. Die Zahl der Erwerbslosen verringerte sich nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit um 255 000 auf 4,535 Millionen.

Die Arbeitslosenquote lag bei 10,8 Prozent, gegenüber 11,8 Prozent vor einem Jahr. In Brandenburg sank die Quote um 1,3 Punkte auf 17,1 Prozent. Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, sprach in Nürnberg von einer erfreulichen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt.

Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) sah hingegen noch keine grundlegende Trendwende. Die Wirtschaft bleibe gefordert, mehr Arbeit zu schaffen, sagte Müntefering in Berlin. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) wertete den Rückgang als gemeinsamen Erfolg der Großen Koalition. MAZ

Quelle: Text und Grafik MAZ vom 01.06.2006 

Arbeitslosenstatistik Berlin/Brandenburg April 2006 (Quelle: MAZ)

Arbeitslosenstatistik April 2006:

4,79 Millionen sind ohne Arbeit

Die MAZ berichtet: Im April wurde auf dem deutschen Arbeitsmarkt eine kräftige Belebung registriert. Die Zahl der Arbeitslosen ging um 187 000 auf 4,79 Millionen zurück, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,5 Prozentpunkte auf 11,5 Prozent. Gegenüber dem April des Vorjahrs lag die Arbeitslosenzahl um 262 000 niedriger.

Die sonst schon im März übliche Belebung habe sich wegen der Kälte verspätet, so BA-Chef Frank-Jürgen Weise. Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) sprach von positiven Signalen. Die Wirtschaft sei nun gefordert, ihre wachsende Kraft in mehr Beschäftigung umzusetzen.

In Brandenburg waren im April 242 725 Menschen auf der Suche nach einem Arbeitsplatz, 12 347 weniger als im Vormonat.

Quelle: Text und Grafik MAZ vom 28.04.2006 

MASGF-Ministerin Ziegler:

Es lohnt sich wieder, Bewerbungen zu schreiben

Brandenburgs Arbeitsministerin Dagmar Ziegler (SPD) freute sich besonders darüber, dass erstmals seit Einführung von Hartz IV die Zahl der Langzeitarbeitslosen zurückging, die nur noch Arbeitslosengeld II erhalten. Im März hatte sie mit 157 151 einen Höchstwert erreicht. Im April waren es noch 155 213.

Quelle: MAZ vom 28.04.2006 

Anmerkung zu diesen Zahlen

Eines sollte wirklich allen klar sein. Mit irgendwelchen Reformen (insbesondere den Hartz IV Gesetzen) hat der erfreuliche Rückgang der Arbeitslosenzahlen absolut nichts zu tun, sondern dies erfolgt ohne zutun der Regierung trotz vieler aufgebauter Hürden und Hemmnisse. Wie stark hätte ein Aufschwung werden können mit einem entsprechendem Konkunkturprogramm und ohne Drohung von Steuererhöhungen und neuen Belastungen ab 2007.

Alleine diese freundliche Umschreibung aus der BA Pressemitteilung Nr. 16: "Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Februar 2007" zeigt, wie da mit den Arbeitslosen umgesprungen und wie bei den statistischen Zahlen herumgetrickst wird:

Ein Teil der Abnahme der Arbeitslosigkeit beruht auf der intensiveren Betreuung von Arbeitslosen sowie der systematischen Überprüfung des Arbeitslosenstatus, im Februar unterstützt durch einen stärkeren Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente im Rechtskreis SGB II. Außerdem wird der Arbeitsmarkt durch ein rückläufiges Arbeitskräfteangebot entlastet. Die systematische Überprüfung des Arbeitslosenstatus und das abnehmende Kräfteangebot erklären, warum die Arbeitslosigkeit stärker ab- als die Beschäftigung zunimmt.

Leider könnte sich der massive Exportboom - der der eigentliche Hintergrund für den Rückgang der Arbeitslosenzahlen ist und zu einem leichten Anziehen der Binnennachfrage führt - ganz schnell wieder in sich zusammenfallen, wenn die Dollarblase platzen sollte, worauf schon seit Jahren gewartet wird. Nunmehr mehren sich die Anzeichen, dass der Konsum in den USA zurück geht, da dort der Immobilienmarkt in sich zusammenfällt und auch der restliche Konsum zurückgeht. Das kann massive Auswirkungen auch China und Deutschland als Exportweltmeister haben.

Mit der erneuten Verbesserung in Juni und Juli 2006 und der guten Stimmung im Unternehmerlager will das ifo des Herrn Sinn den Start eines auch durch Mehrwertsteuererhöhung belastbaren Wirtschaftsbooms herbeireden. Wir sollten jedoch erst abwarten, wie sich die Lage nach Ende der WM, in Herbst und Winter entwickelt, wenn die durch Steuererhöhung vorgezogenen Käufe hinter uns liegen. Denn die größte Steuererhöhung seit 1949 wird das zarte Aufschwungpflänzchen strapazieren.

Zu hoffen bleibt, dass jetzt die zu beobachtende Praxis der Bundesagentur für Arbeit, bevorzugt nur ALG I Empfänger zwecks Kosteneinsparung bei ALG I (Versichertenleistung aus der Arbeitslosenversicherung) und des sogenannten Aussteuerungsbetrages von 10.000 € beim Wechsel vo ALG I zu ALG II nicht weiter fortführt, um den eigenen Topf klein zu halten, um für die Absenkung von 6.5% auf 4.5% aus "Eigenmitteln" und den Wegfall der Bundeszuschüße gerüstet zu sein.

Denn ALG II zahlt der Bund aus Steuermitteln, für die Kosten der Unterkunft sind überwiegend die Kommunen und mit einem Anteil der Bund zuständig.

Durch diese Methodik werden die bereits mit dem ab 01. Juli 2006 startenden SGB-II-Fortführungsgesetz erneut restriktiv gebeutelten ALG II Bezieher noch weiter hinten runterkippen bei der Suche nach erfolglosen Suche nach einer menschenwürdigen und auskömmlichen Arbeit - die Regierung scheint diese Menschengruppe bereits komplett abgeschrieben zu haben und sucht ohne Rücksicht auf Verluste nur noch nach Möglichkeiten der Kostenabsenkung zu Lasten der Ärmsten der Armen in diesem Land.


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